Apple - Titelbild

Apple

Lesezeit: 6 Minuten

Letzte Änderung: Uhr

Der Apple fällt nicht weit vom Stamm, ähm… Steve Jobs

Wie der “angebissene Apfel” zur Weltmarke wurde

Ich praktizierte mal wieder eine meiner Obstdiäten. Ich war gerade von der Apfelplantage zurückgekehrt. Der Name klang freundlich, schwungvoll und nicht einschüchternd. Apple nahm dem Begriff Computer die Schärfe. Zudem würden wir künftig vor Atari im Telefonbuch stehen. ~ Steve Jobs

Global betrachtet ist Apple immer noch am stärksten in den USA vertreten. Alleine dort werden aktuell 41 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet, während 59 Prozent auf die restliche Welt entfallen. Nichtsdestotrotz hat die Marke auch in anderen Ländern zahlreiche Anhänger. In Europa ist sie z.B. in Großbritannien besonders beliebt. Doch Apple hat noch mehr zu bieten als Umsatzzahlen. Unter anderem eine umstrittene Liaison mit Microsoft oder etwa eine sehr eigene Philosophie, die sich durch alle Produkte des Unternehmens zieht. Daher Bühne frei für: Apple.

Apple - Umsatz weltweit bis 2020

Quelle: de.statista.com

Rätsel ums Apple-Logo gelöst: Warum ist der Apfel angebissen?

Wissen Sie eigentlich die Antwort auf diese Frage? Denn gestellt wird sie in der Tat sehr häufig. Im Grunde kursieren dazu zwei Theorien:

  1. Das von Rob Janoff 1977 designte Logo ist angebissen, damit es nicht mit einer Kirsche verwechselt wird. Diese Erklärung liefert zumindest eine Steve-Jobs-Biografie.
  2. Der Biss im Apfel soll eine Anspielung auf “bite” und in weiterer Folge auf die Größeneinheit von Festplatten und USB-Sticks – “Byte” – sein.

Aus welchem Grund das Logo auch angebissen ist: Die Apfelform passte sich exakt an die designtechnischen Gegebenheiten an. So verschmolz sie perfekt mit dem “a” im Firmenschriftzug, den Apple zwischenzeitlich auf Printprodukten verwendete. Im Falle der Booting-Kassetten des Apple II passte sich die Biss-Stelle an die Dreh-Aussparungen an.

Die Geschichte von Apple – eine reine Achterbahnfahrt

Wir wollen hier nicht wiederkäuen, was Sie ohnehin auch auf anderen Seiten finden. Stattdessen wollen wir uns die wirklich interessanten Meilensteine der Entwicklung des Unternehmens anschauen.

Das Startup mit dem 1.300 USD Startkapital

Ja, Sie lesen richtig! Tatsächlich haben Steve Jobs, Steve Wozniak und Ronald Wayne am 1. April 1976 Apple mit diesem Startkapital gegründet. Und das ist trotz Datum kein Aprilscherz. Die drei kannten sich aus dem Club für Computer-Enthusiasten und Hacker, dem Homebrew Computer Club. Während Jobs der Visionär im Trio war, hatten Wozniak die Rolle des kreativen Bastlers und Wayne die des Vermittlers inne.

Insofern ist auch für das Konzept sowie Entwürfe für den weltweit ersten Personal Computer – Apple I – Wozniak verantwortlich. Anschließend wurde das Gerät ab Juli 1976 für den (wohl symbolischen) Verkaufspreis von 666,66 USD verkauft. Weil das Nachfolgemodell Apple II zum Verkaufsschlager wurde, war die Umwandlung von Apple in eine Kapitalgesellschaft notwendig.

Intuitiv bedienbarer Computer, GUI & die teure “Lisa”

Unter dem Projektnamen Macintosh entwickelte Apple 1979 einen intuitiv zu bedienenden Computer für die breite Masse. Dabei band man die damals brandneu von Xerox vorgestellte GUI (graphical user interface) bzw. grafische Benutzeroberfläche ein. Bereits damals verfügte diese über die heute bekannten Fenster, anklickbare Icons und ein per Maus bedienbares Menü.

Bevor sich jedoch der Macintosh 1984 auf dem Massenmarkt etablieren konnte, trat Apple mit Lisa preistechnisch in ein ziemliches Fettnäpfchen. Denn trotz diverser Verbesserungen wie überlappender Fenster, Drag and Drop und Dropout-Menü war das Gerät mit einem Preis von 10.000 USD einfach zu teuer.

Marketing-Genie John Sculley wird Apple-Chef

Mit der Wahl des ehemaligen PepsiCo-Werbekampagnen-Managers John Sculley zum neuen Firmenchef erhoffte man sich größere Verkaufserfolge. Und tatsächlich waren beide zu Anfang ein Herz und eine Seele, bis Jobs aufgrund eines Putschversuchs von seiner Macintosh-Leiterposition entbunden wurde.

Macintosh bekommt Konkurrenz von Windows

In den 1980er Jahren war das Macintosh-Betriebssystem seinen Wettbewerbern marktanteilsmäßig deutlich voraus. Doch im Mai 1990 änderte sich das schlagartig, als Microsoft Windows 3.0 releaste. Während die Gewinne sanken, fütterte Apple die unterschiedlichsten Projekte mit hohen Investitionssummen. Zum ersten Mal seit Jahren schrieb das Unternehmen roten Zahlen. Sämtliche Versuche durch Lizenzierung des eigenen Betriebssystem Mac OS an andere Hardwarehersteller stärker in Konkurrenz mit Microsoft zu treten, schlugen fehl. So oder so setzte sich Microsoft als neuer Marktführer durch.

Zahlungsunfähigkeit & Übernahmepläne

Rasch wurden die Medien mit Gerüchten rund um die Übernahme durch IBM, Hewlett-Packard, Sun oder Oracle überflutet. Plötzlich galt Apples Betriebssystem als veraltet. Es fehlte ihm an präemptivem Multitasking und geschütztem Arbeitsspeicher. Zudem konnte ein einziges Programm das gesamte Betriebssystem zum Absturz bringen. Man wandte sich wieder an Steve Jobs, der in der Zwischenzeit NeXT aufgebaut hatte.

Daraufhin beendete Jobs die Lizenzierung des Betriebssystems an andere Hersteller und setzte den alleinigen Fokus auf vier Produkte:

  • iBook
  • PowerBook
  • iMac
  • Power Mac

Microsoft rettet Apple

Kaum zu glauben, aber wahr: Im August 1997 vereinbarten beide Firmen eine Kreuzlizenzierung ihrer Patente. Die Folge war, dass der Internet Explorer zum Standard-Webbrowser des Macintosh-Betriebssystems wurde. Zudem verpflichtete sich Microsoft, neue Versionen von Microsoft Office auch für Macintosh herauszubringen. Erst 2000 setzte man mit Mac OS X auf den neuen Macs als alleiniges Standard-Betriebssystem ein.

Neue Strategie: Apple wird zum Zentrum des Digital Hub

Seit 1998 war die Durststrecke nun offiziell vorbei. Ab sofort sollte der Mac im Zentrum des digitalen Lebens stehen. Im Zuge dessen releaste man iMovie, iTunes, iPhoto und iLife. Zudem stellte Apple im Oktober 2001 den MP3-Player iPod vor. Daraufhin folgte der iTunes Music Store.
Danach kamen das MacBook Pro, Mac mini und MacBook. Ebenso stieg man von den ehemals verwendeten IBM- und Freescale Prozessoren auf Intel-Prozessoren um.

iPhone, iPad & Apple Watch erobern den Markt

Schließlich kamen im Januar 2007 das iPhone und im Januar 2010 das iPad auf den Markt. Ab diesem Zeitpunkt dominieren Apples iOS-Geräte gemeinsam mit Android-Geräten den Smartphone- und Tablet-Markt. Im September 2014 gesellte sich dann auch Apple Watch zur Produktportfolio dazu.

Produktdesign von Apple: 3 Grundprinzipien

Prinzip der Einfachheit

Was viele User an Apple schätzen, ist ganz gewiss das Produkt-Design. Hier setzt man nämlich auf Schlichtheit und Einfachheit. So verzichtet man beispielsweise gänzlich auf Bedienelemente oder beschränkt sie auf ein einziges Bedienelement. Die Reduktion setzt sich auch bei den Kabeln fort. Hier setzt man beim Anschluss der Tastaturen und Mäuse auf Bluetooth.

Demzufolge bezieht sich der Leitspruch “Weniger ist mehr” sowohl auf das Aussehen wie auch die Technik. Hinter dem zweiteren Aspekt steckt die Intention, dass auch Computerneulinge die Produkte leicht bedienen können.

Prinzip der Integration

Hierbei geht es um die Zusammenarbeit von klassischem Produktdesign und technischer Forschung mit der Entwicklung. Insofern wird an innovativen Lösungen gesamtheitlich gearbeitet.

Prinzip der Obsoleszenz

Um den Umsatz zu erhöhen, releast Apple planmäßig neue Produkte. Dabei konzentriert man sich auf ästhetische Obsoleszenz und will durch neue Designakzente die Kunden zur Wiederbeschaffung animieren. Zielgerichtet wird dabei die Strategie der Alterung eingesetzt: die Kunden sollen das Gefühl haben, dass ihr bisheriges Produkt veraltet ist. Zusätzlich wird mit Limitierung gearbeitet. Am ersten Verkaufstag verkündet man, dass die Stückzahl des neuen Produkts begrenzt ist und meldet es als ausverkauft.

Material & Unibody-Design: Apples Alleinstellungsmerkmal in der Elektronik-Industrie

Neben ökonomischen, ökologischen und funktionalen Aspekten bei der Materialwahl, spielt auch das Produktdesign eine wesentliche Rolle. So resultierte 2008 aus den Experimenten mit traditionellen Materialien ein neues Herstellungsverfahren: das “Unibody-Design”. Anstelle der Schichtung von mehreren Blechen, geht das neue Verfahren von einem dicken Metallblock aus. Das heißt, die dreidimensionalen Gehäuse werden aus Aluminiumblöcken gefräst. Dadurch steigt die Stabilität des Gehäuses, weil man auf Zusatzteile und Nahtstellen verzichtet.

Kaum verwunderlich, dass Apple zahlreiche Patente auf die Verwendung von Werkstoffen angemeldet hat. Ständig zielt man in diesem Bereich auf Innovation ab.

Kritik: Apple ist heftig umstritten

Imagetechnisch gesehen, bewegt sich der Konzern irgendwo zwischen kultischer Verehrung und Nicht-Fans, wobei das Pendel in letzter Zeit mehr zum Zweiteren ausschlägt. In erster Linie wird das abgeschottete System der Marke bemängelt. So sind z.B. eine Speichererweiterung mit Micro-SD-Karten oder ein Akku-Austausch nicht möglich. Ebenso läuft Flash nach wie vor nicht auf iPhone und iPad. Und USB-Geräte lassen sich nur über Umwege anschließen.

Zu teuer & es gibt Bessere

Noch scheint die PR-Maschinerie gut zu funktionieren. Denn trotz der Tatsache, dass Apple-Handys die teuersten auf dem Markt sind, sind Apple-Jünger bereit den Preis zu zahlen. Dennoch ist die Konkurrenz dem Unternehmen auf den Fersen, wenn nicht schon voraus.

Zensur & Patentklagen

Zum einen zensiert der Apple die Apps für iPhone und iPad, wie es ihm gerade passt. Zum anderen geht man rigoros gegen die Konkurrenz vor, die angeblich die Apple-Geräte kopiert. Inzwischen deuten immer mehr Nutzer dieses Verhalten als Arroganz.

Dumping-Löhne bei Zulieferern

Apples angekratztes Image lässt sich ebenfalls auf die schlechten Arbeitsbedingungen beim chinesischen Zulieferer Foxconn zurückführen. So sollen die Arbeiter einen Stundenlohn von etwa 80 Cent bekommen und zahlreiche Überstunden leisten müssen.

30 Prozent Beteiligung oder Rauswurf aus dem App Store

Zuletzt wurde der Vorwurf im Juni 2020 wieder laut. Da drohte Apple dem neuen E-Mail-Anbieter Hey mit dem Rauswurf aus dem App Store, sofern dieser den Konzern nicht mit 30 Prozent an den Einnahmen beteiligte. Konsequent scheint aber das Unternehmen bei dieser Drohung nicht zu sein. Denn das Gleiche passierte unter anderem Netflix. Die Plattform weigerte sich Apple an den Einnahmen zu beteiligen und durfte trotzdem im App Store verbleiben. Ähnliches hört man auch von anderen App-Entwicklern.

Quellen: chip.de, de.wikipedia.org, focus.de, derstandard.at

 373 ,  3