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Was 5 Prozent aus den Werbeeinnahmen der Online-Riesen alles ausmachen können! Das brachte die Einführung der Digitalsteuer – ein Rückblick.

Was brachte die Digitalsteuer Österreich ein & wo geht das ganze Geld hin?

Digitalsteuer - Titelbild

Wir erinnern uns: 3. April 2019 – die geplante Digitalsteuer für Werbeumsätze wird im Ministerrat vorgestellt. Gleichzeitig kündigt Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) in einem Ö1-Interview die Besteuerung von Online-Werbeumsätzen mit 5 Prozent. Bereits seit März 2019 ist die Digitalsteuer auf EU-Ebene ein Thema. Doch fand die Idee nur bei Frankreich und Österreich Anklang, wohingegen Dänemark, Schweden, Estland und Irland die digitale Steuer ablehnten. In Österreich wurde die Digitalsteuer schließlich am 1. Jänner 2020 eingeführt.

Dabei erwirtschaften Onlineriesen wie Google, Amazon, Alibaba und Kohorten jährlich exorbitante Gewinne. Warum nicht also an der Torte mitnaschen, dachte sich die österreichische Regierung und freute sich auf zusätzliche 17 bis 25 Mio. Euro Einnahmen. Und siehe da: Das digitale Werbejahr 2020 war mehr als ertragreich.

Wer muss die Digitalsteuer zahlen und warum?

Die Digitalsteuer “trifft” Onlineriesen wie Google, Facebook und Co bzw. sämtliche Unternehmen ab einem Umsatz von 750 Mio. Euro. Und weshalb eigentlich? Zwecks Fairness, da bisher die Steuerabgaben für internationale digitale Anbieter lediglich in Höhe von 1-2 (oder weniger) anfielen. Im Vergleich dazu schlugen die Steuerabgaben österreichischer Medien mit 5 Prozent zu Buche.


Welche Online-Werbeleistungen unterliegen der Digitalsteuer?

Der Digitalsteuer unterliegen sämtliche Online-Werbeleistungen, die seit 1. Jänner 2020 im Inland erbracht werden. Des Weiteren gilt eine derartige Werbeleistung dann als erbracht, wenn sie auf dem Gerät eines Users im inländischer IP-Adresse empfangen wurde.

5 Prozent Digitalsteuer von 1,1 Mrd. Werbeeinnahmen der Onlineriesen

Aus dem digitalen Steueraufkommen lassen sich relativ leicht die Online-Werbeeinnahmen von Google, Amazon, Facebook, etc. errechnen. Und die machten im letzten Jahr ein schönes Sümmchen von 1,1232 Mrd. Euro aus. Rechnet man dies mit österreichischer Werbung hoch, machen die internationalen Digitalriesen einen Anteil von rund 42 Prozent am gesamten österreichischen Werbevolumen (Print, TV, Radio, Außenwerbung, Kino und Online) aus. Daneben kommt Print auf einen Marktanteil von circa 28 Prozent und TV auf knapp unter 18 Prozent.

Dabei fällt auf, dass die klassische Werbung Verluste einstecken musste. Während 2019 die Werbeabgaben dem Finanzministerium 105,9 Mio. Euro einbrachten, waren es 2020 nur mehr 86,3 Mio. Dies ist ein Fünftel weniger als im Vorjahr. Vor allem im ersten Jahr der Pandemie zeichnete sich diese rückgängige Tendenz ab.

Einnahmen aus Digitalsteuer Österreich - Jänner bis Mai 2020

Einnahmen aus der Digitalsteuer in Österreich (Jänner bis Mai 2020)

Quelle: de.statista.com

Google wehrt sich – und wetzt Digitalsteuer auf Kunden ab

“Nicht mit uns” dachte sich der Internetgigant Google wohl, als er schlichtweg die digitalen Steuerabgaben auf die Kunden abwetzte. Zuvor benachrichtigte man die Kunden vom Preisaufschlag per E-Mail, um sie auf die neue Gebühr vorzubereiten. In der Mail hieß es wortwörtlich:

Im Verlauf dieses Jahres (frühestens im zweiten Halbjahr 2020) werden wir eine Gebühr von 5 Prozent auf die Rechnungen an Werbetreibende für Anzeigen erheben, die Nutzern in Österreich angezeigt werden, unabhängig davon, wo auf der Welt sich der Werbetreibende befindet. Google erhebt diese Gebühr für Anzeigen, die von Nutzern in Österreich angesehen werden, da die Kosten für die Geschäftstätigkeit in Österreich aufgrund der Einführung der neuen Digital Service Tax um 5 Prozent gestiegen sind.

Was passiert mit dem Geld aus der Digitalsteuer?

Digitalförderung profitiert

Mit den 2020 eingenommenen 56,6 Mio. Euro an digitalen Steuergeldern möchte man die Digitaltransformationsförderung (KMU Digital) finanzieren. Letztere soll laut Begutachtungsentwurf 15 Mio. pro Jahr betragen. Dabei sind für 2020 nachträgliche 19 Mio. eingeplant.

Profitieren auch Sie von der Digitalsteuern und beantragen Sie am besten gleich die KMU DIGITAL 3.0!

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