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Marketing Trends 2020: Das sollten Sie wissen

Mit dem nahenden Jahresende fragen wir uns natürlich mit welchen Marketing Trends wir im nächsten Jahr rechnen können bzw. müssen. Zunächst möchten wir jedoch das Jahr 2019 reflektieren indem wir die großen Themen zusammenfassen.

Das Jahr 2019 war innerhalb Europas noch stark geprägt von der im Mai 2018 in Kraft getretenen DSGVO. Nicht nur die korrekte Umsetzung und Anwendung der DSGVO waren große Themen, sondern auch die ersten Abmahnungen und Strafen. Mit der aktuell noch nicht beschlossenen ePVO, wird uns wohl im nächsten Jahr oder sogar in den nächsten Jahren das Thema Datenschutz noch länger beschäftigen.

Digitalisierung ist kein neues Thema, dennoch geht die Umsetzung innerhalb Österreichs eher schleppend voran. So ist aktuell eine breiter Spagat zwischen top modernen Unternehmen, welche nach der neuesten Technik und Trends aufgestellt sind und jene die ihre Webseiten seit dem Jahr 2000 nicht mehr aktualisiert haben. Mittels Förderungen wie KMU Digital hat es im Jahr 2019 eine Förderung zur Digitalisierung gegeben. Die gute Nachricht, diese soll verlängert werden, weshalb auch im Jahr 2020 KMU’s bei der Digitalisierung unterstützt werden.

Die Trends allgemein & im Online Marketing

Voice Search verknüpft mit KI & NLP

Voice Search ist ein immer wichtiger werdendes Thema. Vor allem mit dem kürzlich durchgeführten Google Update BERT haben sich die Suchergebnisse verändert. Dabei ist der deutlichste Unterschied der, dass User über Sprachsuche anders suchen als bei einer Eingabe zur Suche. Voice Search verhält sich ähnlich einer menschlichen Kommunikation wo mithilfe ganzer Sätze gesucht wird. Mithilfe der Verbindung von Künstlicher Intelligenz und NLP versteht die Suchmaschine nun Suchanfragen besser. Das hat die Auswirkung, dass die Suchergebnisse bessere Antworten liefern. Zusätzlich kommt die Tatsache, dass User immer häufiger mithilfe von Voice Search und den entsprechenden Sprachassistenten suchen.

Daher ist es nun erforderlicher denn je, die Webseite in Richtung Voice Search zu optimieren.

Branchenübergreifende Kooperationen nutzen

Wenn Sie noch nicht mit Kooperationspartnern aus anderen Branchen arbeiten, sollten Sie im neuen Jahr 2020 damit starten. Profitieren Sie von Ihren Kooperationen aus anderen Branchen indem Sie neue Kundenkreise ansprechen und weitere Geschäftsfelder und Märkte erschließen. Dabei kann die Kooperation in verschiedenen Formen erfolgen und nützen. Beispielsweise mittels cross-funktionalen Teams, über neue digitale Innovationen oder auch eines stärkeren Netzwerkes.

Kommunikation Ihrer Unternehmensmission

Die Unternehmensmission soll den Zweck oder Auftrag Ihres Unternehmens beschreiben und das Alleinstellungsmerkmal Ihres Produktes oder der Dienstleistung herausstellen. Somit begründet die Mission, weshalb es Ihr Unternehmen gibt und richtet sich mit der Aussage an Ihre Kunden und Interessensgruppen.

Für Ihre Kunden ist Ihre Mission daher die Begründung, weshalb sie Ihr Produkt kaufen oder Ihre Dienstleistung beanspruchen sollen. Nun reicht es aber nicht aus, die Mission in schön verpackten Worten zu fassen und dem Kunden zu präsentieren. Für Kunden wird es immer wichtiger wie glaubhaft die Mission ist und zusätzlich welcher Zweck erfüllt wird. Wenn der gesamte Zweck des Unternehmens darin besteht hohe Gewinne zu erzielen ist das für Kunden zu wenig. Der tiefere Sinn muss kommuniziert und vom Unternehmen gelebt werden. Weshalb die Glaubwürdigkeit Ihrer Unternehmensmission eine immer größere Rolle spielt und ein Vorteil gegenüber Ihrer Mitbewerber ist.

Kunden einbinden & ein Erlebnis schaffen

“Unpersönliche” Produkte verlieren für Kunden an Reiz. Kunden lieben es, wenn ihre Ideen und Feedbacks in die Produktentwicklung oder Adaptierung eines Produktes einfließen. Wenn Sie Ihre Leistungen oder Produkte aufgrund von Kundenwünschen anpassen, können und sollen Sie dies auch kommunizieren. Das fördert das Vertrauen und ebenso die Loyalität Ihrer Kunden. Beispielsweise wenn sie unsicher sind welche Produktverpackung sie wählen sollen, könnten Sie Ihre Kunden auch direkt entscheiden lassen. Mithilfe der Möglichkeiten auf Social Media Kanälen sind Abstimmungen in der Form gut umsetzbar.

Legen Sie wert auf Mitarbeiterzufriedenheit

Die Zufriedenheit Ihrer Mitarbeiter schlägt sich auf den Erfolg Ihres Unternehmens nieder. Angefangen bei der Tatsache, dass glückliche Mitarbeiter motivierter und dadurch auch leistungsfähiger sind. Unterschätzen Sie auch nicht den Einfluss Ihrer Mitarbeiter nach außen. So kann ein Mitarbeiter Ihr Unternehmen und Ihre Produkte und Leistungen Freunden, Familien und Bekannten empfehlen oder  aber ausreden.

Wenn Mitarbeiter als Fürsprecher für Ihr Unternehmen und Ihrem Angebot fungieren, wird das als Employee Advocacy bezeichnet. Im besten Fall berichten Ihre Mitarbeiter über Soziale Netzwerke und Verbal positiv von Ihren Produkten, Services und Neuerungen.

Zusätzlich gibt es Websites, wo Mitarbeiter Ihre Arbeitsstellen bzw. Arbeitgeber bewerten können. Dies ist dann natürlich für jeden zugänglich und ersichtlich wie etwa zukünftige Mitarbeiter, Kunden oder Investoren.

Der positive Effekt auf Ihr Unternehmen ist durch Eployee Advocacy prägnant. Vor allem da Ihr Content dadurch glaubwürdiger wird und Sie so weitere Kunden erreichen, die Sie mit üblichen Marketing-Maßnahmen vielleicht nie erreichen würden.

Interaktiver Content & Videos

Content bleibt auch im nächsten Jahr King und das Herz einer jeden Webseite oder Online Shops. Wie gewohnt soll der Content relevant, strukturiert und benutzerfreundlich (Verlinkungen und Button) aufgebaut sein. Aufgrund des Trends Richtung Voice Search, sollten Sie bei der zukünftigen Content-Erstellung die SEO-Maßnahmen für Voice Search berücksichtigen. Das heißt, vor allem Antworten für Fragestellungen geben.

Genaue Maßnahmen für Voice Search können Sie in unserem Beitrag “Voice Search & Sprach SEO” nachlesen. Jedoch ändert sich die Form des Contents nicht nur aufgrund des großen Google Updates BERT und der steigenden Sprachsuchen über Sprachassistenten.

Kunden wünschen auch verstärkt Interaktiven Content und auch Interaktionsmöglichkeiten bei Videos. Bei interaktiven Content hat der User die Möglichkeit selbst zu bestimmen wie der Verlauf bzw. das Ergebnis des Inhaltes ist. Somit ist es das Ziel durch Interaktionen eine genauere Lösung eines Problems oder Antwort auf eine Frage zu erhalten. Die Interaktionen können durch Filter erfolgen und durch Fragestellungen dazwischen in verschiedene Richtungen geführt werden.

Ähnlich verhält es sich bei Videos. Ein Video zum Ansehen alleine bietet nicht mehr den gewünschten Unterhaltungswert für Kunden. Daher werden interaktive und non-lineare Videos bei Usern beliebter und für Unternehmen interessanter. Als interaktive Videos zählen beispielsweise interaktive Story-Threads bzw. CHoose Your Own Adventure-Videos. Dabei kann der User während des Ansehens den Videoinhalt steuern und folge dessen zu verschiedenen Ausgängen des Inhaltes gelangen.

Zu interaktiven Videos zählen auch jene mit Shopping-Funktion. Dazu mehr unter dem Punk Social Commerce.

Nachhaltigkeit im E-Commerce

Nicht zu unterschätzen ist das steigende Interesse am Umweltschutz. Vor allem im eCommerce-Bereich sollten Sie diesen Trend nicht ignorieren. Angefangen von den Rohstoffen Ihrer Produkte, der Produktion selbst, über das Verpackungsmaterial, dem Transport bis hin zum eventuellen Rücktransport. Überlegen Sie bei jedem Schritt wie Sie diesen nachhaltiger und umweltbewusster gestalten könnten. Alleine der Umstieg vom Versand der Rechnungen in Papierform auf digitale Rechnungen per Mail hat bereits einen positiven Effekt auf die Umwelt.

Verwenden Sie recycelbares Verpackungsmaterial und sparen Sie zusätzlich Kosten indem Sie kleine Produkte nicht in zu großen Verpackungen versenden. Zusätzlich könnte Verpackungsmaterial auch mehrfach genutzt werden. Geben Sie Ihren Kunden über Ihren Online Shop die Möglichkeit Fair Trade Produkte zu kaufen. Oder lassen Sie den Kunden selbst entscheiden, ob dieser bereit ist eine längere Lieferzeit in Kauf zu nehmen, wenn dadurch die bestellen Produkte in einem Paket versendet werden können.

Oftmals reichen kleine Änderungen innerhalb Ihrer Prozesse aus um große Veränderungen in Richtung Nachhaltigkeit zu bewirken. Denn die Summe ist es, die ausschlaggebend ist. Denken Sie nur an die Rechnung, die per Mail gesendet wird. Damit brauchen Sie kein Papier für die Rechnung oder den Briefumschlag (eventuell der Briefmarke) und es muss kein Transportweg in Anspruch genommen werden. Weder zur Post, noch vom Briefträger zum Kunden.

Zusätzlich gestalten sich solche Maßnahmen als Vorteil gegenüber dem Wettbewerb und wirken positiv auf das Image.

Datenschutz ist seit der im Mai 2018 in Kraft getretenen DSGVO und der in Diskussion stehenden ePVO ein großes Thema. Daher schätzen Kunden einen transparenten und nachvollziehbaren Umgang mit Ihren Daten. Dass Kundendaten nicht ohne Einwilligung von Kunden weiterverkauft oder missbraucht werden ist Grundvoraussetzung für das Vertrauen der Kunden.

Widersprüchliche Trends

Eine spannende Entwicklung zeigt sich gerade, weil sich die Kunden einerseits wünschen, dass so wenig Daten wie möglich von ihnen gesammelt werden. Das heißt, sie lehnen es eher ab, dass Cookies ihr Suchverhalten tracken als Ihre Zustimmung zu geben. Andererseits jedoch funktionieren nach wie vor personalisierte und auf die Kunden zugeschnittene Marketing-Kampagnen nach wie vor am besten. Entsprechend widersprechen die Aussagen der Kunden zum Thema Tracking ihr Verhalten.

Für Unternehmen ergeben sich nun folgende Möglichkeiten:

Wenn Sie über eine DSGVO-konforme Kundenliste für Newsletter haben, könnten Sie Ihre Kunden nach gewissen Merkmalen clustern. Je nachdem welche Produkte oder Dienstleistungen Sie über einen Newsletter bewerben. Beispielsweise können Sie Ihre Kunden nach dem Geschlecht trennen oder nach dem Alter glieder.

Natürlich funktioniert auch die umgekehrte Variante, wo sich der Kunde bei der Newsletter-Anmeldung bereits die Themenbereiche auswählen kann, die ihm interessieren.

Instagram Shopping der neue Trend

Dass Werbeanzeigen über die Social Media Plattform Instagram gut funktionieren, ist längst kein Geheimnis mehr. Jedoch soll mit Shoppable Posts die Customer Journey verkürzt werden und das online Shopping für Kunden noch leichter möglich sein. Das begründet sich darin, dass Kunden Produkte shoppen können, ohne dass sie dabei die Social Media Plattform verlassen müssen.

Aufgrund dessen sich Kunden ohnehin auf Social Media Plattformen aufhalten, kommt es schneller und vor allem Häufiger zu Spontankäufen Seitens der Kunden. Daher funktionieren Werbeanzeigen auf Instagram, Facebook und Pinterest so gut.

Sie haben Fragen zu den Marketing Trends 2020 oder möchten das Jahr perfekt durchplanen? Wir helfen gerne!

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