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Yahoo! – einst mehr als nur ein Jubelschrei

Noch spielt der Internet-Pionier vorne mit

Der Name Yahoo ist nun wirklich kein Fremdwort mehr. Jeder, der im Internet surft, kennt die Suchmaschine. Und ebenfalls das Logo mit dem gekippten Ausrufezeichen taucht hier und da wieder mal auf. Wenn auch der Webservice-Anbieter an früherer Beliebtheit eingebüßt hat, gehören seine Domain-Websites nach wie vor zu den populärsten, Top-10 rankenden weltweit.

Wie gut kennen Sie Yahoo?

Yahoos Sitz befindet sich in Sunnyvale, Kalifornien. Bestimmt haben Sie schon von diesem Teil des Silicon Valley gehört. Zahlreiche Tech-Unternehmen haben sich hier angesiedelt. Ebenso wie AOL gehört auch Yahoo zu Verizon Media.

Gegründet wurde das ursprüngliche Unternehmen Yahoo! von den Elektronik-Doktoranden Jerry Yang und David Filo im Jänner 1994. Es gehört zweifelsohne zu den ersten Pionieren der frühen Internet-Ära der 90er Jahre.

Was Yahoo anbietet

Neben einem Webportal und einer Suchmaschine fungiert Yahoo! beispielsweise auch als E-Mail- und Verzeichnis-Anbieter. Des Weiteren gibt es Yahoo! News, Finance, Answers oder auch Groups. Selbstverständlich kann man bei Yahoo auch Werbung schalten, Videos sharen oder Fantasy Sports spielen. Sogar eine eigene Social Media-Website und GPS-Kartendienst sind verfügbar.

Laut den Webanalysen von Alexa und SimilarWeb, gehörte Yahoo 2016 zu den meistgelesenen News- und Medien-Website weltweit. Mit, sage und schreibe, 7 Milliarden Ansichten im Monat! Dennoch begann in den späten 2000ern der Ruhm zu versickern. Daraufhin kaufte Verizon Communications 2017 das Internet-Unternehmen für 4,5 Mrd. US-Dollar.

Yahoo ist ein Backronym und steht für “Yet Another Hierarchically Organized Oracle”. Dabei bezieht sich “hierarchisch” auf die schichtenhafte Anordnung der Unterkategorien im Webkatalog. “Oracle” symbolisiert die Quelle der Wahrheit und des Wissens. Die Gründer berufen sich dabei zugleich auf den Slang-Ausdruck “yahoo”, der von Studenten in den 80/90er Jahren als Synonym für “unhöflich, primitiv, pöbelhaft” verwendet wurde.

Die gleichnamige Suchmaschine wurde 1995 eingeführt. Und schon bald galt sie als das erste populärste Online-Verzeichnis mit Suchfunktion im World Wide Web.

Anteile Suchmaschinen Yahoo - USA 2015 bis 2020

Quelle: de.statista.com

Wachstum und Abstieg

Bereits im Herbst 1994 griffen rund 100.000 Nutzer auf die damals als “Jerry and David’s Guide to the World Wide Web” bezeichnete Website zu. 1995 wurde die Unternehmung dann offiziell Yahoo getauft. Ein später ging man an die Börse. Daraufhin feierte die deutschsprachige Version der Website im Oktober 1996 Premiere. Weitere europäische, asiatische und amerikanische Länder folgten.

Zunächst profitierte das Unternehmen enorm vom Boom des neuen Mediums. Demzufolge ließ die Onlinewerbung den Aktienkurs auf Rekordwerte ansteigen. Doch zur Jahrtausendwende brach dann die Dotcom-Blase zusammen und mit ihr die Werbeeinnahmen. Deshalb machte man sich daran, den Usern sämtliche Dienste kostenlos und aus einer Hand anzubieten. Denn je mehr Kundenkontakte, desto teurer konnte man dem Kunden Werbebanner anbieten.

Trotzdem dauerte es nicht lange, bis Yahoo auch kostenpflichtige Services mitanbot. Zusätzlich kamen die Jobbörse HotJobs sowie die Fotoseite Flickr hinzu. Zusätzlich bediente sich die Suchmaschine Yahoo der Datenbestände von Inktomi, Altavista und sogar Google.

Nach Yahoos kostspieligen Einstieg beim chinesischen Online-Portalbetreiber Alibaba 2005 und gescheiterten Fusionsgesprächen mit Microsoft 2007, begann sich das wohlwollende Blatt für das Unternehmen zu wenden. 2010 folgten Partnerschaften mit Twitter und Facebook, 2013 übernahm man die Blog-Plattform Tumblr.

Drei Jahre später gab man die Übernahme durch Verizon bekannt. Durch diesen Schritt bzw. die Zusammenlegung mit der Internet-Tochter AOL, sollte Yahoo mit Google und Facebook in Sachen Online-Werbung konkurrieren können. Schließlich benannte Verizon im Juni 2017 die Fusion von Yahoo! und AOL in Oath um.

Yahoo und der Datenabhörskandal 2013

An dieser muss man erst einmal schmunzeln. Denn, gibt es überhaupt ein Internetunternehmen, dass nicht einmal in irgendeiner Form in einen Datenskandal verwickelt gewesen wäre? Im Sommer des besagten Jahres traf es auch Yahoo. Groß ausposaunt durch den berühmt-berüchtigten Edward Snowden, wurde die Herausgabe von Yahoo-Kundendaten an die NSA (National Security Agency) bekannt.

Betroffen waren Daten von Kunden aus den USA, Deutschland, Italien, Taiwan, Frankreich sowie Großbritannien. Später wurde ebenso bekannt, dass der britische Geheimdienst GCHQ im Zuge des Programms “Optic Nerve” jahrelang Yahoo-Videochats überwacht hatte. Die DSGVO lässt grüßen!

Erklär-Video – Yahoo, was ist hier bloß passiert?

Quellen: en.wikipedia.org, de.wikipedia.org

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