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Lernsieg App wieder online

Spruch: “Die Bewertung von Lehrern kann erwartet werden.”

Die App hatte im November 2019 für ordentlich viel Wirbel gesorgt. Seit 24. Februar 2020 ist sie nun wieder online und hat sich gleich eine Investorin an Bord geholt.

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Was ist Lernsieg?

Lernsieg ist eine Lehrerbewertungs-App des heute 18-jährigen Benjamin Hadrigan. Sie wurde am 16. November 2019 gelauncht und im Mobile App Store für Android- und iOS-Handys zum Download bereitgestellt. Inspiriert wurde die App von Hadrigans “Traum einer transparenten Schule”. Sie sollte den Schülern eine Stimme geben und zugleich die “Arbeit der Lehrer” anerkennen. Für die Entwicklung seiner Idee hat der Erfinder einen sechsstelligen Betrag von Investoren bekommen.

Trotz gemischter User-Bewertungen, wurde die App nach ihrem Release etwa 70.000 mal heruntergeladen. Aufgrund von Hass-Nachrichten an den Entwickler nahm man sie jedoch schon nach 72 Stunden wieder offline.

Heftige Kritik seitens der Lehrergewerkschaft

Noch vor Veröffentlichung der App äußerte die Lehrergewerkschaft Bedenken. Man kündigte an, sämtliche rechtliche Optionen auszuschöpfen, um ihre Publikation zu verhindern. Sorge gab es in erster Linie wegen Persönlichkeitsrechten und Datenschutz. Außerdem würden Lehrer ohnehin regelmäßig Feedback von den Schülern einholen.

Die Befürchtungen der Lehrergewerkschaft teilte Hadrigan nicht. Er argumentierte, dass die App nicht “zum Bashen” gedacht ist, weshalb es auch keine Kommentarfunktion gibt. Unter anderem sollten Lehrer auf gleiche Weise bewertet werden, wie etwa Airbnb-Vermieter oder Uber-Fahrer.

Wie funktioniert Lernsieg genau?

Mithilfe der App können Schüler die Leistungen der Lehrer, wie etwa Fairness oder Pünktlichkeit, mit Sternen bewerten. Bei weniger als fünf Sternen können in vorgegebenen Unterkategorien die Mängel konkretisiert werden, z.B. dass der Aufbau des Unterrichts nicht spannend genug oder zu langsam ist. Zudem besteht die Möglichkeit Schulen zu bewerten, beispielsweise hinsichtlich der Sauberkeit. Ebenso gibt es ein Ranking der “besten” Lehrer für jede Schule.

News: Wie geht es mit Lernsieg weiter?

Nachdem die Lehrergewerkschaft im Herbst 2019 die Datenschutzbehörde beauftragt hatte die Lehrerbewertungs-App zu untersuchen, gibt es nun ein Gutachten dazu.

Das Resultat: Lernsieg bekommt grünes Licht!

Begründet wird dies von der Datenschutzbehörde wie folgt:

Die Verarbeitung der Lehrerdaten steht durchaus im Einklang mit den Richtlinien der Datenschutz-Grundverordnung. Voraussetzung für die Rechtmäßigkeit der App ist allerdings, dass auch tatsächlich die beruflichen Leistungen der Lehrer beurteilt werden. Im Bescheid heißt es wortwörtlich:

Die Berufsgruppe der Lehrer muss sich daher von vornherein auf die Beobachtung ihres Verhaltens durch eine breite Öffentlichkeit und auf Kritik an den Leistungen einstellen.

Wo es allerdings von Seiten der Datenschutzbehörde leichte Bedenken gab, war bezüglich der Daten der Schüler, die Lernsieg verwenden.

Dies ist ein Punkt, der aufs Heftigste kritisiert wurde. Dennoch meint die Datenschutzbehörde, dass die anonyme Nutzung für das Internet typisch ist. Die App wird diesbezüglich sogar positiv hervorgehoben. Das Bewerten ist nämlich erst nach einer komplexen Registrierung mit Verifizierung über die Telefonnummer möglich. Zudem wird mit vorgegebenen Kriterien potenziellen verbalen Beschimpfungen entgegengewirkt.

Nach dem positiven Bescheid der Datenschutzbehörde ist die App nun seit 24. Februar wieder online. Der Gründer nutzte eine Pressekonferenz dazu, um gleich einmal ein neues Investment zu verkünden. Hadrigan holte nämlich die 21-jährige Badener Immobilien-Investorin Carmen Schnedl mit ihrer Empire Invest GmbH an Bord. Über die Höhe des investierten Betrags wird Stillschweigen bewahrt. Die Beteiligung am Relaunch der App begründet die Investorin Schnedl mit Ihrer Sympathie für die Idee frischen Wind, Transparenz sowie den Leistungsgedanken ins Bildungssystem zu bringen.

Konzept zur Monetarisierung nicht ausgereift

Zwar besteht noch kein konkretes Geschäftsmodell von Lernsieg, dennoch stellt Gründer Hadrigan klar, dass “definitiv” keine Handynummern der User verkauft werden. Viel eher denkt man in Richtung Werbung in der App oder Vermittlung von Nachhilfestunden. Dabei schließt der Gründer von vorherein Werbende wie Red Bull und McDonalds aus. Gewünscht sind stattdessen potentielle Werbepartner wie etwa Pagro oder Libro.

Lehrerdaten händisch in Excel-Tabelle eingetragen

Mittlerweile ist bekannt, dass doch keine Änderungen an der offline genommenen Version der App durchgeführt wurden. Neu sind dagegen das breiter und größer aufgestellte Team wie auch die abgeklärte finanzielle Situation. Man bastelt derzeit an neuen Features und Verbesserungen. In Hadrigans eigenen Worten steckt das derzeitige Produkt noch in Kinderschuhen. Die verwendeten Lehrer-Daten werden zum Beispiel von Schul-Websites manuell in eine Excel-Tabelle übertragen.

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