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Die beiden Business-Netzwerke im Schlagabtausch

King in der DACH-Region: XING – doch wie lange noch?

Für Unternehmen aus Deutschland ist die Business-Plattform XING klar die erste Wahl, wenn es um die Suche nach neuen Mitarbeitern geht. Ziemlich genau ein Drittel (257.000) der ausgeschriebenen offenen Stellen der Bundesagentur wurden innerhalb des größten Karriere-Netzwerks im deutschsprachigen Raum ausgeschrieben. Dies geht aus der statistischen Auswertung des Personaldienstleisters Adecco hervor. Vergleichsweise wurden beim Konkurrenten LinkedIn 2019 nur 74.000 Stellenanzeigen im selben Markt veröffentlicht.

Wo hinkt XING, wo hat LinkedIn die Nase vorn?

XING hat mehr aktive User

Noch ist das Karriere-Netzwerk XING in der DACH-Region der Platzhirsch. Nämlich mit mehr als 17 Millionen Nutzern, wovon 8,8 Millionen mindestens einmal im Monat aktiv sind. Im Vergleich dazu spricht die Konkurrenz aus Amerika – LinkedIn – in Deutschland, Österreich und der Schweiz 14 Millionen Mitglieder an.

Recruiting: Akademiker sind eher auf LinkedIn zu finden

Auch beim Recruiting von neuem Personal liegt XING in Deutschland ganz klar vorne. Das Personal-Recruiting nutzt am liebsten diese Businessplattform zur Anwerbung neuer Arbeitnehmer. Auffällig ist jedoch, dass es eine enorme Streuung der Stellenausschreibungen gibt. Je nach Branche und Zielgruppe liegen die Präferenzen ganz woanders.

So nutzen Akademiker am allermeisten LinkedIn. 46 Prozent aller veröffentlichten Jobinserate, die sich auf Personen mit Studienabschluss beziehen, werden auf dieser Plattform veröffentlicht. Bei XING kommt man bei der gleichen Zielgruppe nur auf 34,5 Prozent. Auch bei Stellen zur Projektleitung liegt die Präfenz bei LinkedIn (19 zu 14 Prozent).

Um es auf den Punkt zu bringen, kann man sagen: Wer eine akademische Ausbildung abgeschlossen hat und einen aussichtsreichen Job sucht, findet am ehesten auf LinkedIn etwas Passendes.

Karriere-Netzwerke, Karriere-Netzwerke im Vergleich LinkedIn vs. XING

IT, Sales & Management Jobs: Da geht mehr auf LinkedIn!

Sieht man sich die verschiedenen Berufsgruppen im Bereich der Beschäftigten mit hohem Bildungsgrad und spezifischem Fachwissen an, so fällt auf, dass Personaler vor allem bei LinkedIn nach neuen Mitarbeitern suchen. Ein Fünftel der ausgeschriebenen Stellen im Bereich “IT & Telekommunikation” (27 Prozent) ist auf LinkedIn zu finden. Im Gegensatz dazu sind auf XING nur 22 Prozent der Angebote für diesen Bereich aufzufinden. Ähnlich sieht es im Sales- und Management-Bereich aus. Auch hier liegt LinkedIn ähnlich weit vorne.

Technische Berufe sind auf XING besser aufgehoben

Ein anderes Bild tut sich in Hinblick auf technische Berufe (Ingenieure, Architekten u.a.) auf. Fachkräfte wie Versicherer und Controller sowie Handwerker sind besser beraten auf XING nach einem Jobinserat zu suchen. Vor allem dann, wenn sie auf der Suche nach einer neuen Stelle sind.

Manko beider Karrierenetzwerke: Kaum Angebote für Young Professionals

Laut Adecco-Stellenindex weisen allerdings beide Karrierenetzwerke ein großes Defizit in Sachen Young Professionals auf. Nur ein sehr geringer Anteil an Stellenausschreibungen ist auf den Business-Plattformen zu finden. Lediglich unter 8 Prozent aller ausgeschriebenen Jobs, die diese Zielgruppe ansprechen sollen, sind auf den Plattformen zu finden.

Student oder Praktikant? Auf XING winken bessere Jobchancen

Ähnlich schlecht sieht es für Studenten und Praktikanten aus. Also für Personen, die auf der Suche nach einer zeitlich begrenzten Anstellung oder einem Job mit geringer Stundenanzahl sind. Bei XING wird diese Zielgruppe noch eher fündig (5,8 Prozent) als auf LinkedIn (1,9 Prozent).

Ist XING bloß der “kleine Bruder” vom internationalen LinkedIn?

Eigentlich ist es unfair diese beiden Plattformen zu vergleichen. Ja, es sind zwei soziale Netzwerke, die in erster Linie dazu dienen Geschäftskontakte zu knüpfen. Aber wo liegen denn nun die Unterschiede? Diese sind nämlich nicht unerheblich.

Es ist ein bisschen so, als würde man Äpfel mit Birnen vergleichen. Global gesehen, ist XING definitiv der “kleine” Bruder von LinkedIn. In diesem Sinne hat sich XING auf den deutschsprachigen Raum, also die DACH-Region spezialisiert. Es ist dementsprechend primär auf deutschsprachige User ausgelegt. Das Unternehmen, zu dem XING gehört, nennt sich seit 2019 NEW WORK SE. Weitere Daten und Fakten finden Sie hier. Wenn man also innerhalb Mitteleuropas, zum Beispiel in Deutschland, Österreich oder in der Schweiz, einen Job sucht, ist man gut beraten sich ein XING-Profil anzulegen und sich dort umzusehen.

Ist man jedoch eher international im Ausland auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung, so wird man auf der Berufsplattform LinkedIn eher fündig. Mit einem Netzwerk von 433 Millionen Nutzern, einer Fülle an weltweiten Kontakten im Business-Bereich, ist die Reichweite gigantisch größer. Natürlich auch etwas unspezifischer im regionalen Sinn.

Karriere-Netzwerke, Karriere-Netzwerke im Vergleich LinkedIn vs. XING
Karriere-Netzwerke, Karriere-Netzwerke im Vergleich LinkedIn vs. XING

Gratis Nutzung der Karrierenetzwerke: Wie weit kommt man damit?

Wie vielen bekannt ist, bieten beide Karrierenetzwerke einen Basis-Account kostenlos an. Bei umfangreicher Nutzung und für professionelles Arbeiten leider nicht optimal geeignet.

Die Kosten der Premium Mitgliedschaft bei XING betragen für 3 Monate 11,95 € pro Monat. Immer wieder gibt es 20% Rabatt-Aktionen, die man nutzen kann. Der Preis vom Premium LinkedIn Abo kostet auch 10 € pro Monat und ist jederzeit kündbar. Beide Anbieter haben noch weitere Premiumstufen, die zusätzliche Funktionen zur Verfügung stellen. Für ein Premium Upgrade LinkedIn muss man zwischen 29 bis 90 € monatlich einkalkulieren. Vergleichsweise etwas günstiger ist die ProBusiness-Version von XING mit 79,90 €.

Welches Karriere-Netzwerk ist der klare Gewinner?

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass beide Plattformen sehr gut geeignet sind, um einen neuen Job zu finden. Es ist sicher hilfreich, die oben genannten Informationen über das Angebot an Jobs im Hinterkopf zu haben.

Da beide Karrierenetzwerke kostenlose Accounts anbieten, mit denen eine Jobsuche gut möglich ist, ist die Empfehlung beide Anbieter gleichermaßen zu nutzen. Auf diese Weise kann man den größten persönlichen Mehrwert daraus ziehen.

Sollten Sie als Unternehmer LinkedIn oder XING mit erweiterten Funktionen nutzen wollen, ist es empfehlenswert sich im Vorhinein Gedanken zu machen, welche konkreten Ziele Sie eigentlich mit der jeweiligen Plattform verfolgen. Möchten Sie Ihr Netzwerk vergrößern, Jobs anbieten oder Ihr Unternehmen in den Fokus rücken? Bedenken Sie das lieber im Vorfeld, sonst kann es schnell kostspielig werden.

Sie wollen Karriere-Netzwerke, wie LinkedIn oder Xing für Employer Branding nutzen oder mehr erfahren, dann senden Sie uns Ihr Anliegen.

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