DuckDuckGo Private Suchmaschine_Herobild

DuckDuckGo

Lesezeit: 5 Minuten

DuckDuckGo speichert Ihre Daten nicht – niemals!

Die private Suchmaschine für geschützte Privatsphäre auf jedem Gerät

Sie sind es leid andauernd online getrackt zu werden? Dann schafft DuckDuckGo Abhilfe. Das verspricht nämlich der Anbieter der Suchmaschine, die mit einem integrierten Schutz der Privatsphäre im Browser wirbt. Und das alles kostenlos! Doch was steckt wirklich hinter dieser Suchmaschine? Kann man ihr vertrauen? Hält sie wirklich, was sie verspricht? Ist sie genauso gut oder sogar noch besser als Google?

Was DuckDuckGo verspricht

  • Privatsphäre für Chrome inklusive Tracker Blocker und Website-Verschlüsselung
  • Private Suche mit der App oder Browser-Erweiterung
  • Privatbrowser für Mobilgeräte bzw. die Betriebssysteme iOS und Android

Alles Privatsache… dafür sorgt DuckDuckGo

DuckDuckGo, kurz DDG, ist eine Suchmaschine, die sich damit rühmt keine persönlichen Informationen zu sammeln oder diese zu teilen. Dies ist wohl das kennzeichnendste Merkmal, das diesen Suchdienst von anderen Suchmaschinen unterscheidet. Im Prinzip werden die User nicht profiliert und bekommen dieselben Ergebnisse angezeigt. Letztere stammen aus über 400 individuellen Quellen wie etwa Wikipedia, aber auch von anderen großen Suchmaschinen wie Yahoo, Bing oder Yandex. Als ursprüngliches Ziel von DuckDuckGo kann man den Datenschutz nicht ansehen. Diese Aspiration hat sich viel eher aus den Rückfragen in den Hacker News auf Reddit ergeben.

Mehr als 50 Millionen Suchvorgänge pro Tag gibt es im Durchschnitt seit Anfang 2020.

So ist DuckDuckGo entstanden

Gegründet wurde DuckDuckGo von Gabriel Weinberg. Bereits in jungen Jahren programmierte er einen Onlineshop für die Schneiderei seiner Mutter. Zudem studierte er Physik am Massachusetts Institute of Technology und verkaufte 2006 seine Datenbank für E-Mail-Adressen für 10 Millionen US-Dollar. Weinberg hat einen Bachelor of Science in Physik sowie einen Master of Science in Technology Policy. Seine Masterarbeit widmete er dem Thema Spam.

DuckDuckGo Suchergebnisse

Quelle: duckduckgo.com

Mehr Relevanz, weniger Werbung

Als ursprüngliches Ziel für die Suchmaschine steckte man folgenden Grundsatz fest: Weitaus weniger Werbung, dafür aber mehr relevante Inhalte. Dafür sorgte Weinberg 2011 erst einmal im Alleingang. Damals fiel er durch eine Werbefläche in San Francisco auf, welche das Tracking durch Google thematisierte. Diese Guerilla-artige Maßnahme an der Straße über der Bay Bridge wurde von etlichen Massenmedien in den USA aufgegriffen.

Da bis Herbst 2011 die Nutzung von DuckDuckGo deutlich zugenommen hatte, stiegen verschiedene Investoren ein. Währenddessen mockierte man sich über den achso albernen Namen der Suchmaschine, den Weinberg einmal so erklärte:

Eigentlich kam er mir eines Tages einfach in den Kopf, und ich mochte ihn einfach. Er ist natürlich beeinflusst bzw. abgeleitet von Duck Duck Goose, aber ansonsten gibt es keinen Bezug, beispielsweise eine Metapher.

Zur Erklärung: Duck Duck Goose, oder auch “Ente Ente Gans”, ist ein Kinderspiel, das dem Spiel Plumpsack ähnlich ist.

Die Suchmaschine nimmt Dynamik an

Bereits im März 2012 konnte DuckDuckGo mehr als 1,5 Millionen direkte Suchanfragen pro Tag verzeichnen. Darüber hinaus startete Weinberg eine DuckDuckGo-Community-Webseite. Auf dieser sollte es Nutzern möglich sein, eventuelle Bugs zu veröffentlichen, neue Funktionen zu beantragen oder schlichtweg über die Suchmaschine und ihre Verbreitung im Netz zu diskutieren.

Als das Überwachungsprogramm PRISM Schlagzeilen machte, stieg auch die Anfrage nach diskreten Suchdiensten schlagartig an. Daraufhin verdoppelten sich die Suchanfragen bei DuckDuckGo auf rund 3 Millionen täglich. Nichtsdestotrotz unterliegt auch DuckDuckGo als US-amerikanisches Unternehmen dem USA PATRIOT Act. Damit ist es verpflichtet, Behörden wie dem FBI, NSA oder CIA Zugriff auf die eigenen Server zu gewähren. Im Bezug auf persönliche Daten von EU-Bürgern ein kritischer Punkt, den wir bereits im Rahmen der Beiträge über Privacy Shield und Max Schrems eingehend behandelt haben.

Anfang September 2014 wurde die Suchmaschine in China blockiert. Dafür aber fügte im gleichen Monat Apple auf seinen Betriebssystemen DuckDuckGo als optionalen Suchdienst für den Standard-Browser Safari hinzu. Im November desselben Jahres tat Mozilla in seinem Browser Firefox 33.1 dasselbe. Daraufhin überschritt man im Oktober 2018 30 Millionen Suchanfragen am Tag!

Was kann DuckDuckGo, was andere Suchmaschinen nicht können?

Wie zuvor erwähnt, handelt es sich bei den Suchergebnissen dieses Suchdienstes um ein Mashup. Das heißt, es werden schlichtweg Daten von vielbesuchten Websites, insbesondere Wikipedia, zusammengetragen. Dies gilt im Speziellen für die “Zero-click”-Infokästchen. Letztere sind kleine Bereiche oberhalb der Suchergebnisse, die entweder Zusammenfassungen von Themen oder verwandte Sachverhalte beinhalten.

Kommerzielle Einkaufsseiten vs. Info-Seiten ohne Verkaufsabsicht

Ganz praktisch ist die Möglichkeit die Ergebnisse nach ihrem Zweck zu filtern. Genauer gesagt: Man kann im Vorfeld bestimmen, ob man ausschließlich Websites ohne Verkaufsabsicht oder auch auch kommerzielle Seiten gezeigt bekommen möchte.

Gezielter suchen kann man auch mithilfe der sog. “!Bang“-Syntax. Diese ist besonders für die Suche auf Amazon, eBay oder in Blogs nützlich. Dabei verwendet man bestimmte Schlüsselwörter mit einem vorne angehängten Ausrufezeichen.

Filterung von Content Farm-Resultaten

Des Weiteren legt DuckDuckGo großen Wert auf hochqualitative Websites. Natürlich können das auch Suchmaschinen wie Google für sich beanspruchen. Doch Weinbergs Suchdienst geht noch einen Schritt weiter. So werden Inhalte von sog. Content Farmen wie etwa eHow ausgefiltert, weil sie in eigenen Worten des Gründers

… schlechte Qualität [haben] und ausschließlich dafür erstellt [sind], die Seite beim Google-Suchindex weit nach oben zu bringen.

Ebenso werden Websites aus den Suchergebnissen ausgeschlossen, die sehr viel Werbung beinhalten.

Anonyme Suche mit dem Netzwerk Tor

Seit August 2010 setzt DuckDuckGo das Anonymisier-Network Tor ein. Dieses erlaubt Anonymität durch Routing des Datenverkehrs mithilfe einer Vielzahl verschlüsselter Relais.

In Sachen Datenschutz hat die Suchmaschine von Weinberg auch 2018 nachgelegt. Nunmehr ist nicht bloß die Web-Suche, sondern auch das Surfen im Internet abgesichert. Die in den Browser-Erweiterungen für Chrome, Safari und Firefox eingebauten Tools blockieren Google-, Facebook-Tracker wie auch andere Tracking-Dienste.

DuckDuckGo Paid Ads – Werbung schalten

Die meisten Suchmaschinen basieren auf Tracking, wenn es ums Ausspielen von Werbung geht. Dieser Suchdienst hingegen ist einzig und allein textbasiert. Die Ad-Schaltung läuft über Microsoft Advertising (Bing Ads). Das heißt, man benötigt dafür einen eigenen Microsoft Werbeaccount.

Es muss jedoch hinzugefügt werden, dass sich Werbeschaltung auf DuckDuckGo nur im Kontext eines Marketing-Mixes auszahlt. Denn, DuckDuckGo ist zwar immer mehr gefragt und genießt ein hohes Vertrauen bei Usern. Dennoch liegt die Suchmaschine hinsichtlich der Zugriffszahlen nach wie vor weit hinter Google und anderen großen Suchdiensten zurück.

Kann der Privacy-Browser seine Versprechen zu 100 Prozent halten?

Erst Anfang Juli 2020 wurde bekannt, dass DuckDuckGo die Hostnamen sämtlicher besuchter Websites an einen Server des Software-Herstellers verschickt hat. Trotz umgehender Meldung eines Nutzers, hat man sich nicht weiter um diesen Bug gekümmert. Erst als Hacker News dieses Thema aufgriff, reagierte das Unternehmen.

Man argumentierte, dass der Grund für dieses ungewöhnliche Verhalten die Implementierung der Favicon-Funktion war. Und dass man sich dabei des eigenen Online-Services icons.duckduckgo.com bediente. Dies sorgte jedoch für Verblüffung, denn das Ganze kann auch lokal via Bibliothek erfolgen.

Erklär-Video – Anonymisiert und sicher im Web suchen

Quellen: duckduckgo.com, help.duckduckgo.com,  de.wikipedia.org, derstandard.at

 

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