Schreibblockaden lösen

Jeder kann betroffen sein: die Schreibhemmung

Warum Schreibblockaden entstehen und wie wir Sie überlisten

“A weißes Blattl Papier, liegt schon seit Stunden vor mir” – nicht nur die Band Relax weiß um Schreibblockaden Bescheid

Schreibblockaden lösen - Content produzieren

Schon einmal Influencer Marketing versucht?

Sei es der Newsletter, der dringend raus muss, die Grußkarte an Tante Irmi, das Vorwort fürs neue Kundenmagazin oder das Essay für die Uni. Schreibblockaden begleiten uns beruflich und privat. Selbst das betont coole Drei-Zeilen-Posting für die Sozialen Medien kann sich manchmal anfühlen wie die Last einer 100-seitigen Doktorarbeit.

Warum habe ich eine Schreibblockade?

Bevor wir uns also mit dem Überwinden von Schreibblockaden befassen, sollten wir uns überlegen, warum wir überhaupt eine haben. Und da gibt es einige Möglichkeiten:

4P-Modell: Person, Process, Press, Product

Eine davon ist der Check mittels 4P-Modell. Es zeigt gut auf, dass Kreativität von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird. Person befasst sich mit Ihrer persönlichen Einstellung zum Text sowie Verhaltensweisen in Ihrem Schreib-Modi. Process beleuchtet das Vorgehen, also bestimmte Schreibroutinen oder das Anwenden von Kreativitätstechniken. Bei Press nehmen Sie den Rahmen, in dem Ihre Kreativität entstehen soll, unter die Lupe. Denn jeder hat persönliche Rahmenbedingungen in seinem Umfeld, die beflügeln. Aber auch das Gegenteil kann der Fall sein. Laut, zugig, ständige Störungen durchs Telefon oder von Kollegen etc. führen selten zu herausragenden Leistungen. Product ist schließlich das Ergebnis, das die drei anderen Ps beeinflusst haben. Überlegen Sie deshalb, wann, wo und wie Sie Ihre brillantesten Texte geschrieben haben. Wie waren Sie damals als Person? Wie sind Sie an den Text herangegangen und was waren dabei Ihre Rahmenbedingungen?

Nachfolgend haben wir einige Ideen zusammengefasst, die Ihnen dabei helfen sollen Ihre persönlichen 4Ps zu konkretisieren. Für Ihr persönliches, maßgeschneidertes 4P-Modell.

Mir gehen tausend Dinge durch den Kopf

Stress ist der Kreativitäts-Killer Nummer eins. Bevor es also ans Schreiben gehen kann, muss erst einmal Ruhe im Kopf einkehren. Eine A-B-C-Liste kann hier bei der Gewichtung helfen. Die Fragen, die es dabei zu klären gilt, sind: Was ist wichtig und muss sofort erledigt werden (Priorität A), was kann warten (Priorität B), was kann ich delegieren und was kann ich nach hinten schieben (Priorität C)? Und was, wenn alles wichtig ist und keiner da zum Delegieren? Dann empfiehlt eine Rücksprache mit dem Vorgesetzten oder das Überdenken des eigenen Zeitmanagements. Frage an dich: wie wichtig ist der Text und bis wann soll er fertig sein? Denn eine konkrete Deadline wirkt oft Wunder gegen Schreibblockaden.

Kommt Zeit, kommt Text

Die meisten Kreativen haben nachmittags ihr “Schreib-Hoch”. Aber wie überall im Leben, gibt es auch hier Ausnahmen. Manche lieben es früh morgens in die Tasten zu hauen, während die Welt noch ruhig vor sich hin döst, während andere ihre Kreativarbeit gerne in die Abendstunden verlegen. Wer um seine Tages-Ups-And-Downs Bescheid weiß, kann einer Schreibblockade gezielt entgegen steuern.

Overnewsed but underinformed

Wer zu wenig über ein Thema weiß schreibt schlechte Texte und wer zuviel weiß auch. Beides kann zu Schreibblockaden führen. Warum? Wer wenig weiß, ist gezwungen sich Textmasse quasi aus den Fingern zu saugen. Der Text klingt dann oft nichtssagend und aufgeschwemmt. Wer hingegen zu sehr in einer Thematik verhaftet ist, läuft in Gefahr, sich in Details zu verlieren. Man hat Informationen für gefühlt 1000 Seiten im Kopf, weiß nicht wo beginnen und verliert das Wesentliche aus den Augen. In beiden Fällen hilft es, sich zuvor eine Struktur zu überlegen. Diese soll klären, welche Punkte und Aspekte in welcher Reihenfolge in den Text gehören. Dann wird auch rasch ersichtlich, was noch an Wissen fehlt bzw. was weggelassen werden kann.

Ihr Ort zum Schreiben ist belebter als die A2

Um beim Schreiben in den Flow zu kommen, muss ein persönliches Umfeld vorhanden sein, das den Prozess beflügelt. Das kann für den einen absolute Ruhe bedeuten und für den anderen kann es das leise Zischen eines Siebträgers begleitet vom stetigen Gemurmel der Gäste im Lieblingskaffee sein. Wichtig dabei ist ein konstant niedriger Geräuschpegel, da punktuelle Störungen, etwa Telefonanrufe, konzentriertes Arbeiten unterbrechen. Im Büroumfeld gelten übrigens 65 Dezibel als Grenze für normale Büroarbeit, jedoch 50 Dezibel als Limit bei überwiegend geistiger Tätigkeit. Quelle: Gesundheit.at

Es fehlt am handwerklichen Know How

Schreiben ist ein Prozess zwischen Kreativität und Handwerk. Deshalb sollte ihm dieselbe Aufmerksamkeit zuteil werden, wie jeder anderen Zunft auch. (Fast) jeder Mensch hat Lesen und Schreiben gelernt und deshalb gehen viele davon aus, dass Sie auch das Schreiben – in Form von journalistischen, literarischen oder kreativen Texten – beherrschen. Aber Sie haben doch auch gelernt, mit einem PC zu arbeiten und betrachten sich deshalb nicht gleich als IT-Spezialist. Sie haben vielleicht einige Tanzkurse absolviert und kämen nicht auf die Idee, sich fürs Staatsopernballet zu bewerben. Dazu kommt noch der praktische Aspekt. Wer mit dem Zwei-Finger-Suchsystem arbeitet, ist eher von einer Schreibblockade betroffen, als jemand, der im Zehn-Finger-Blindsystem in die Tasten haut.

Ich mag nicht schreiben!

Ja das gibt es! Unvorstellbar für jemanden wie uns. Aber es gibt Menschen, die befassen sich lieber mit anderen Dingen. Sie lieben es beispielsweise sich in Excel-Tabellen zu vertiefen, forschen an Mikroben, trainieren Zwergpudel oder sind geniale Handwerker. Super, denn das gibt frischen Stoff für uns “Gerneschreiber”!

Das Umfeld passt, die Schreibblockade bleibt?

Wie du von einer Schreibblockade in den Flow kommst. Tipps gegen Schreibhemmungen und für bessere Texte

Sie schreiben gerne, haben sich Text-Know-How angeeignet und sich in die zu Thematik vertieft, die es zu verschriftlichen gilt. Eine verführerisch dampfende Tasse Kaffee oder Tee steht an Ihrer Seite und im Büro ist es heimelig-leise. Uuuuund? Nichts! Das sprichwörtliche “weiße Blattl Papier” starrt Sie in Form eines leeren Dokuments an. Was nun?

Schreiben Sie drauf los!

Ein paar Tricks haben wir noch für Sie. Schreiben Sie drauf los! Schreiben Sie über Ihre Blockade! Klopfen Sie alles in die Tasten was Ihnen gerade einfällt! Das kann dann in Etwa so aussehen: Ich habe eine Schreibblockade. Mist. Mit fällt nix ein. Gar nix. Doppelt Mist. Warum eigentlich? Echt doof. Ich sollte einfach einmal drauf losschreiben. Was habe ich denn schon an Informationen … was daran ist interessant … (PS: Sie müssen dabei natürlich weder auf Rechtschreibung noch auf Punktationen achten.)

Suchen Sie das Salz im Inhalt!

Was an dem zu schreibenden Text finden Sie spannend? Was ist Ihr persönlicher Zugang daran? Gibt es vielleicht Erlebnisse oder Erfahrungswerte, die sich verwerten lassen? Das Win-Win daran: Wir schreiben lieber über Dinge, zu denen wir eine Meinung haben und die Menschen lesen lieber Artikel, in denen ein Funke Persönlichkeit mitschwingt. Manchmal löst auch innerliche Kritik eine Schreibblockade aus. Dann heißt es Rücksprache mit dem Auftraggeber halten und die Bedenken zur Sprache bringen. Oft können diese nicht nur aufgelöst werden, Ihr Gegenüber ist Ihnen auch dankbar für den unverfälschten Blick von außen.

Schreiben Sie übers Ziel hinaus

Sie wissen nun wie Sie Ihren Text strukturieren möchten, haben Ihre Recherchearbeit erledigt und ein paar unterhaltsame Bonmots zusammengetragen, die für mehr Würze im Text sorgen. Trotzdem will noch immer nicht so richtig Schwung in die Sache kommen. Denn Sie haben ja nur 300 Wörter und von denen haben Sie schon 150 für die Einleitung verbraten. Und dabei fehlt noch so viel an Inhalt … Unser Tipp: Schreiben Sie drauf los. Schreiben Sie alles in den Text ohne auf die Länge zu achten. Denn jeder, wir betonen JEDER, Text gewinnt durchs anschließende Kürzen. Also zuerst schreiben und dann im Feinschliff hin zur geforderten Länge!

Schreiben wie Sie sprechen

Wer für besonders kritische Zeitgenossen schreiben soll, verkrampft automatisch. Denn unabhängig vom Handwerk, also Aufbau, Inhalt, Satzstellung, Grammatik etc. ist jeder Text immer auch ein Stück weit Geschmackssache. Wenn dann der Gedanke an die Kritik der anderen auf den eigenen Anspruch trifft, ist eine Schreibblockade so gut wie vorprogrammiert. Doch auch hier gibt es ein paar Tricks um diese zu umgehen. Schreiben Sie den Text zunächst für sich oder als ob Sie den Inhalt einer guten Freundin erzählen. Schreiben wie man spricht, zählt zur Königsdisziplin in der Texterzunft. Selbst wenn Sie Auftraggeber haben, die eine “gehobene Sprache” fordern, gibt es einen recht simplen Trick:

Schreiben wie Ihr Auftraggeber spricht

Schreiben wie man spricht, hat nämlich einen klitzekleinen Nachteil – Sie bauen zwangsläufig Füllwörter und Floskeln in den Text. Diese müssen Sie beim Redigieren Ihres Textes weitgehend entfernen. Sie können dabei jedoch einige Ihrer Füllwörter durch ein positives Wording Ihres Auftraggebers ersetzen. Benutzt dieser beispielsweise gerne Wörter wie ganzheitlich, dynamisch oder hochwertig – so bauen Sie diese gezielt in Ihre Texte ein. Ihr Auftraggeber fühlt sich dadurch besser verstanden und mit dem Text verbunden. Sie schreiben in seiner Sprache und behalten dennoch einen natürlichen und lebendigen Tonfall bei.

Denken Sie quer

Aus manchen Themen lassen sich einfach keine Bestseller zaubern. Wer vor Montageanleitungen, Produktbeschreibungen oder FAQs sitzt, spürt das panische Lämpchen “Schreibblockade” fast zwangsläufig blinken. Doch auch hier haben Sie es in der Hand für Spaß bei der Arbeit und für Lesefreude bei Ihrem Gegenüber zu sorgen. Wie im Beitrag Guten Content erkennen beschrieben, haben Texter (Content-Creators) mehr Möglichkeiten als nur das geschriebene Wort. Deshalb: konzipieren Sie ein Lern-Tutorial, kreieren Sie einen Comic-Helden, der Kunden durch Gebrauchsanweisungen und Bestellvorgänge lotst, oder arbeiten Sie mit Bildern und Zeichnungen, statt etwas umständlich lange zu beschreiben.

Schlafen Sie eine Nacht drüber

Ihr Textentwurf ist endlich niedergeschrieben aber holpert und stolpert vor sich hin? Entspannen Sie sich! Gehen Sie laufen, bügeln oder Fenster putzen! Nehmen Sie an einem total langweiligen Meeting teil, an banalen Flurfunk-Gesprächen oder lassen Sie den Text über Nacht rasten. Kurzum: Nehmen Sie sämtlichen kognitiven Anspruch raus aus Ihrem Hirn. Dann klappt es auch mit einem frischen Zugang und neuen Ideen.

Übung macht den Meister

Was für Profisportler gilt, gilt auch fürs Schreiben. Berühmte Schriftsteller, wie etwa Thomas Mann, hatten und haben fixe Schreib-Rituale. Wenn Sie berufsbedingt viel Schreiben müssen, kann es ebenfalls nützlich sein, feste Gewohnheiten zu entwickeln. Fixieren Sie Zeiten, in denen Sie nicht gestört werden möchten und vereinbaren Sie mit sich selbst eine Mindest-Textmenge. Das klingt vielleicht langweilig, wenig spontan und unkreativ. Aber ein leeres Dokument und ewig nach hinten gezogene Abgabetermine sind auch ziemlich unsexy.

Professionelle Hilfe gegen Schreibblockaden gesucht?

Mit einigen wenigen Tipps und Tricks lässt sich das Riff Schreibblockade meist ganz gut umschiffen. Trotzdem ist Schreiben nicht jedermanns Sache und muss es auch nicht sein. Keiner kann alles können und keiner muss alles können!

Unsere Empfehlung:

Vielleicht hilft es ja, gemeinsam mit einem Profi ein Text- und Wording-Gerüst zu erstellen, das wichtige Keywords und häufige Suchanfragen aufgreift. Oder Sie suchen sich einen Mentor, der Ihre Texte überarbeitet und Ihnen konstruktives Feedback gibt. Wir sind ja zum Glück nicht mehr in der Schule. Deshalb ist Einsagen, Helfen und die Aufgabe von anderen schreiben lassen ausdrücklich erlaubt 😉

Gerne schreiben wir Ihre “Hausaufgaben”. Flüstern Sie uns deshalb leise zu, wo Sie gerade hängen oder Mailen Sie uns Ihren Spickzettel.

Möchten Sie Ihre Schreibblockade gerne outsourcen und zu uns verlagern?

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