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Ecosia

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Ecosia – die umweltbewusste Suchmaschine

Die Welt verändern? Ja, das geht – mit jeder Suche via Ecosia

Bei Ecosia handelt es sich um eine ökologische Suchmaschine. Ihren Sitz hat sie in Berlin. Sowohl die Suchergebnisse wie auch die Suchanzeigen liefert Bing.

Ecosia verspricht…

  • Wer sie zu seiner neuen Suchmaschine macht, pflanzt nebenbei kostenlos Bäume.
  • Die Gewinne fließen in die Pflanzung von Bäumen.
  • Ecosia pflanzt Bäume dort, wo sie am dringendsten gebraucht werden. Somit ist sie gut für Mensch, Umwelt sowie die lokale Wirtschaft.
  • Jede Suche mit der Suchmaschine wirkt sich positiv auf die Welt aus.

Was ist besonders an Ecosia?

Ecosia legt großen Wert auf Transparenz. Deshalb werden jeden Monat Finanzberichte mit Informationen veröffentlicht, wie viel Geld mit den Suchen eingenommen wurde. Ebenso erfährt man als User, welcher Prozentsatz davon in Baumprojekte geflossen ist. Statt die Dividenden an seine Eigentümer auszuzahlen, verbleiben sämtliche Überschüsse im Unternehmen. Sie fließen einzig und allein in Baumpflanzprojekte sowie grüne Investitionen.

Monatlich bezahlt man seine Partner für Wiederaufforstung, primär durch Baumpflanzungen, aber auch durch Alternativmethoden wie Naturverjüngung oder Feuerbekämpfung. Um die Partner unabhängig von Einnahmeschwankungen bezahlen zu können, werden Teile der Gelder in einem Baumfonds geparkt.

Ecosia - monatliche Finanzberichte

Quelle: de.blog.ecosia.org

Ecosia Projekte

Quelle: de.blog.ecosia.org

Während die meisten Unternehmen auf fossile Brennstoffe wie Kohle, Braunkohle und Gas setzen, zielt Ecosia auf sauberen Strom aus erneuerbaren Quelle wie Wind- oder Solarkraft ab. Das Unternehmen distanziert sich aus Klimagründen ganz klar vom “Business as usual”. So hat man beispielsweise 2018 begonnen, eigene Solaranlagen zu bauen. Seitdem wird das Stromnetz und somit sämtliche Suchvorgänge mit sauberer Energie versorgt.

Doch auch, wenn CO2-neutral gut ist, ist CO2-negativ natürlich noch besser. Aus diesem Grund hat Ecosia auch als eines der ersten Unternehmen im Jahr 2019 seine Produktion erneuerbarer Energie verdoppelt! Dies dient nicht bloß der Deckung des Eigenbedarfs, sondern führt auch zur aktiver Verdrängung umweltbelastender Energie aus dem Netz.

Denn es ist nunmal eine Tatsache, dass Server sehr viel Energie verbrauchen. In Zahlen ausgedrückt:

Wäre das Web ein Land, so würde es in Hinsicht auf den Stromverbrauch Platz 3 der Weltrangliste belegen.

Darum tragen auch Internet-Unternehmen eine Mitverantwortung für den ökologischen Fußabdruck, den sie hinterlassen. Das Unternehmen übernimmt mit seiner Philosophie sowie aktivem Tun in puncto Ökostrompolitik zweifelsohne eine Vorreiterrolle.

Um Ecosia selbst zu zitieren:

Nicht nur Wälder müssen geschützt werden, sondern auch deine Daten. Wir kümmern uns um beides!

Keine permanente Speicherung von Suchanfragen

Die Suchmaschine erstellt keine persönlichen Nutzerprofile, die auf Suchverläufen basieren. Stattdessen anonymisiert man sämtliche Suchanfragen innerhalb einer Woche.

Kein Herausgeben von Daten an Werbetreibende

Es ist kein Geheimnis mehr, dass viele Webdienste Userdaten sammeln. Diese veräußern sie dann für Werbezwecke. Ecosia hingegen verkauft weder Daten noch Suchanfragen an Werbetreibende weiter.

Verschlüsselung von Suchanfragen

Man geht hier sogar so weit, dass die Suchanfragen der User vor potenziellen Lauschangriffen durch eine Verschlüsselungstechnologie geschützt werden. Schließlich soll ausschließlich der User und Ecosia Zugriff auf die Nutzer-Suchanfragen haben.

Verzicht auf Verwendung externer Tracking-Tools

Zur Verbesserung ihrer Services verwenden viele Websites externe Tracking-Tools wie etwa Google Analytics. Ecosia dagegen verzichtet auf Analyse-Tools von Drittanbietern. Natürlich geht es dabei in erster Linie um die Unterbindung des Zugriffs auf die Suchdaten von Ecosia-Usern.

Sämtliches Tracking durch Nutzer deaktivierbar

Um die Suchmaschinen-Dienste zu verbessern, benötigt Ecosia im Grunde nur eine geringe Datenmenge von den Usern. Möchte der User seine Daten nicht teilen, hat er die Möglichkeit im Browser die Option “Do Not Track” zu aktivieren.

Die Geschichte hinter Ecosia

Die Suchmaschine wird zur UN-Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember 2009 freigeschaltet. Als ihr offizieller Begründer gilt Christian Kroll. Dieser hatte zuvor bereits die drei “grünen” Suchmaschinen OneCentPerSearch, Forestle sowie znout entwickelt. Heute kooperiert znout mit Google. Man hat sich zum Ziel gesetzt, den durch znout-Suchen verursachten CO2-Ausstoß durch den Erwerb von Zertifikaten für erneuerbare Energien auszugleichen.

Auch die Gründung von Forestle geht auf eine Kooperation mit Google zurück. Dennoch kündigte Google nach nur wenigen Tagen die Zusammenarbeit. Schließlich wurde Forestle am 1. Jänner 2011 in Ecosia integriert. Seitdem werden sämtliche Forestle-Suchanfragen entsprechend umgeleitet.

Jedes Jahr pflanzt Ecosia zig Millionen Bäume. Und es werden jedes Mal mehr. Erst im Juli 2020 brach man den Rekord von 100 Millionen Bäumen.

Öko-Wunder Ecosia oder doch berechtigte Kritik?

Früher wurde bemängelt, dass Ecosia die Such- & IT-Infrastruktur von Yahoo bzw. Microsoft verwendet und diese nicht mit Ökostrom laufen. Mittlerweile hat Microsoft den Betrieb seiner Server teilweise auf erneuerbare Energien umgestellt. Was kann man an einer grünen Suchmaschine, die 80% ihres Gewinns für Bäume spendet, noch bemängeln? Gibt man bei Google “Ecosia” ein, erscheint eine Reihe an Kritikpunkten, die wir uns nachfolgend genauer ansehen werden.

Digitales Anprangern

So sympathisch und geschmeidig Ecosia am ersten Blick erscheinen mag, sie verstecken ihre Kritik nicht und stellen Marken an den Pranger. Unternehmen, die mit fossilen Brennstoffen Geld verdienen werden in den Suchergebnissen mit einem kleinen Kraftwerk-Symbol gekennzeichnet. Zusätzlich wird folgender Text eingeblendet:

Suchergebnisse mit diesem Symbol zeigen dir Ergebnisse von Firmen, die mit fossilen Brennstoffen Geld verdienen und damit das Klima zerstören.

Spenden werden nur mit Anzeigen-Klicks lukriert

Die grüne Suchmaschine gibt an, dass ca. 45 Suchanfragen für die Pflanzung eines Baums sorgen. Auf diese Weise suggeriert man dem User, dass lediglich die Suche dafür ausreichend ist. Doch das ist natürlich nicht der Fall. In Wirklichkeit kommen die Spenden durch Klicks auf die Anzeigen zustande. Wer davon weiß, klickt wahllos auf die Adds. Und das sehen Werbekunden gar nicht gerne! Aus diesem Grund hielt die Kooperation von Google und Ecosia nur zwei Wochen lang.

Der Fake-Vorwurf

Was steckt eigentlich hinter diesem Vorwurf? Dieser hält sich nämlich relativ hartnäckig – Tendenz steigend. Aktuell googeln 1.700 User im Monat den Suchbegriff “Ecosia Fake”. Veruntreut man etwa die Einnahmen oder kommen sie gar nicht einem guten Zweck zugute?

Mit Gewissheit können wir sagen: Als Betrüger darf der Suchmaschinenbetreiber nicht abgestempelt werden! Durch Offenlegung der Finanzen möchte Ecosia klarlegen, wie viel dem guten Zweck zugeführt wird. Beim näheren Durchforsten der Suchergebnisse werden keine triftigen Gründe dafür genannt.

Sucheffektivität noch nicht ausgereift

Wer sich intensiver mit der Funktionsweise des Suchalgorithmusses beschäftigt, stößt recht schnell an die Grenzen des Machbaren und auf Qualitätsunterschiede zu anderen Suchmaschinen. Diese These wird durch diverse Foren-Einträge untermauert. Die Sucheffektivität der grünen Suchmaschine wird offen kritisiert. Beispielsweise, dass wird die Anzahl an Suchergebnissen bemängelt und mit Google verglichen. Viele User nutzen Ecosia deshalb vorwiegend aus idealistischen Gründen. Das heißt, sie wollen gerne mit ihren Suchen und Klicken auf Anzeigen zum Umweltschutz beitragen. Dennoch heißt es oftmals in den Kommentaren, dass man gezwungen ist am Ende doch wieder auf die umfangreicheren Suchresultate von Google zurückzugreifen. Das dürfte wohl einer der wichtigsten Programm-Punkte auf der Produktentwicklungs-Liste der jungen Suchmaschine sein.

Erklär-Video – Warum Ecosia Bäume pflanzt

Quellen: ecosia.org, de.wikipedia.orgmy-green-choice.de

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