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Achtung, Handy-Lauschangriff!

Lauschende Apps gefährden Datensicherheit & Intimsphäre

Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich gegen Lauschangriffe schützen können und so Ihre Datensicherheit gewährleisten.

So verhindern Sie, dass Apps Sie belauschen!

Datensicherheit, Achtung, Handy-Lauschangriff!

Ist Ihnen das auch schon passiert? Sie haben sich gestern über ein Thema unterhalten und heute eine passende Werbung auf Ihrem Handy dazu entdeckt? Zufall oder eher eine gezielte Abhöraktion?

Nein, wir wollen unsere Leser keineswegs paranoid machen. Und ja, es gibt unzählige Verschwörungstheorien da draußen. Fakt ist aber, dass es tatsächlich Apps gibt, die emsig Ihr Konsumverhalten analysieren. Und wo bleibt da die Datensicherheit? Garantiert auf der Strecke.

Deshalb wollen wir Ihnen in diesem Artikel zeigen, wie Sie sich gegen solche Lauschangriffe wirkungsvoll schützen können.

Mehr als 1000 lauschende Apps

Die New York Times hat 1000 solcher Apps identifiziert. Meistens handelt es sich dabei um Spiele. So nutzen beispielsweise einige Apps eine Software namens Alphonso. Diese lauscht dann im Hintergrund mit und registriert, welche Sendung man z.B. gerade schaut. Anhand dieser Aufnahmen wird man dann in eine bestimmte Werbekategorie eingeordnet.

Auch Shazam ist beim Belauschen ganz vorn dabei. Manch eine Software kommuniziert sogar mit dem Fernseher auf für uns unhörbaren Frequenzen. Dabei ist irrelevant, ob das Handy in der Hosentasche oder einer Handtasche steckt. Da bekommt das Wort Datensicherheit gleich mal eine andere Bedeutung.

Von wegen Datensicherheit – Analyse des Konsumverhaltens geht vor

Wenn man schon im Besitz eines Smartphones ist, trägt man es meist auch immer mit sich. Man will ja keine wichtigen Nachrichten verpassen. Und gegebenenfalls muss man online etwas nachsehen. Diese Angewohnheit nutzen Werbetreibende natürlich für sich. Dabei ist es unerheblich, ob das Handy gerade aktiv verwendet wird oder nicht. Es reicht schon aus, dass das Handy und somit auch das Mikrofon an ist. Mehr braucht die lauschende App nicht, um ihre Umgebung abzuhören. Auf diese Weise können Musik- und Fernsehgewohnheiten sowie analog geführte Gespräche ausgewertet werden. Das Ergebnis: Zielgerichtete Werbeausspielung!

Und jetzt halten sie sich mal fest… denn jetzt kommt das Beste an diesem vermeintlichen Graubereich in der Datensicherheit:

Jeder Lauschangriff ist DSGVO-konform!

Man möchte glauben, dass dieser Leck in der Datensicherheit auf unsaubere Machenschaften zurückgeht. Dem ist aber nicht so! Denn die Lauschangriffe müssen in der Tat im Vorfeld vom Nutzer genehmigt werden. Es läuft hier also nichts Unerlaubtes vor sich.

Fakt ist allerdings, dass sich der Handynutzer dieser erteilten Zustimmung nicht bewusst ist. Wie das möglich ist?

Die Erlaubnis des Users für Lauschangriffe wird bereits bei der Installation der App eingeholt.

Kaum jemand liest sich die Nutzungsbedingungen durch, in denen genau das offengelegt wird.

So schützen Sie sich gegen Lauschangriffe

Zwar ist die sicherste Variante der Datensicherheit das Abschalten des Handys. Doch ganz ehrlich: Wer will das schon? Kamera und Mikrofon deaktivieren? NEEEEEIN! Immerhin wollen wir Selfies machen und Sprachnachrichten empfangen. Das ist nun mal der derzeitige Stand der Dinge: Bestimmte Dienste sind automatisch mit der Datenverarbeitung gekoppelt.

Deshalb schlagen wir folgende Vorgehensweise vor:

  1. Verweigern Sie beim Installieren der neuen App den Zugriff aufs Mikrofon. In den meisten Fällen ist die App trotz allem nutzbar.
  2. Wenn Ihnen Datensicherheit wichtig ist, nehmen Sie sich auch die Zeit vor dem Download einer App die Nutzungsbedingungen durchzulesen. Ja, es ist ein Mehraufwand, aber nur so sind Sie vor Lauschangriffen sicher!
  3. Tippen Sie im Google Play- bzw. im App Store “Alphonso Software” oder “Alphonso Automated” ins Suchfeld ein. Auf diese Weise finden Sie heraus, welche Apps die Abhörtechnologie verwenden.
  4. Die App ist schon installiert und sie hat sich als Lausch-App entpuppt? Kein Problem. Es ist auch im Nachhinein möglich in den App-Berechtigungen eine Änderung Ihrer Zustimmung für den Zugriff aufs Mikrofon vorzunehmen. Um dies zu tun, gehen Sie wie folgt vor:

Klicken Sie unter Einstellungen Ihres Smartphones auf Apps. Hier haben Sie die Möglichkeit, sämtliche Systemkomponenten wie Mikrofon oder Kamera feineinzustellen bzw. zu deaktivieren.

Klicken Sie auf das Icon Einstellungen. Danach tippen Sie auf Datenschutz und schließlich auf Mikrofon. Es scheint eine Liste der Apps auf, bei denen Sie den Zugriff auf das Mikrofon erlaubt haben. Indem Sie den Schalter rechts neben der jeweiligen App betätigen, entziehen Sie ihr die Erlaubnis für die Mikrofon-Nutzung.

Datensicherheit, Achtung, Handy-Lauschangriff!

Quelle: mdr.de

Unser Fazit zur Datensicherheit und Lauschangriffen der Handys

Wir legen viel Wert auf Datensicherheit. Und jedem ist der Gedanke, dass er ständig belauscht wird, nicht ganz geheuer. Dennoch müssen wir an dieser Stelle auch bereit sein, etwas für die Erhaltung der Sicherheit unserer Daten zu tun. Dazu gehört eben auch das Lesen von Nutzungsbedingungen. Und noch wichtiger als das: Das bewusste Lesen von Anweisungen beim Installieren von Apps.

Denn jede App holt sich ganz DSGVO-konform Ihre Erlaubnis für den Zugriff auf das Mikrofon oder die Kamera. Wenn man sich bloß geistesabwesend durch den Installierungsprozess hindurchklickt, darf man sich danach über einen möglichen Lauschangriff nicht beschweren.

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