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WhatsApp AGB-Änderungen 2021 – was nun?

Wann es sich lohnt auf WhatsApp Alternativen umzusteigen

Zwangsupdate! Neue AGB, forcierte Nutzungsbedingungen. Das lassen sich viele User vom Messenger Dienst WhatsApp 2021 keinesfalls gefallen.

WhatsApp 2021 - Titelbild

Groß war die Aufregung am Anfang dieses Jahres. Da hat WhatsApp bei allen Usern den Hinweis eingeblendet, dass ab 8. Februar 2021 neue Datenschutz- und Nutzungsbedingungen gelten. Wer diesen nicht zustimmt, darf das Service nicht mehr nutzen. So weit nichts Ungewöhnliches. Schließlich muss man bei jeder App diese Zustimmung geben, um sie verwenden zu dürfen. Ist der Zeitpunkt gekommen, um über Alternativen nachzudenken?

WhatsApp 2021 - Hinweis auf Update

Quelle: rnd.de

Doch den Exodus, der darauf folgte, hatte Facebook – seit 2014 stolzer Besitzer des Messenger Dienstes – wirklich nicht kommen sehen. Abermillionen Nutzer beschlossen der App den Rücken zu kehren. Denn viele waren nicht damit einverstanden, dass ihre Daten nun auch mit Facebook geteilt werden sollen. Immerhin ist Facebook in den vergangenen Jahren diesbezüglich nicht nur positiv aufgefallen (Stichwort “Cambridge Analytica”).

Aufgrund der massiven Kritik hat WhatsApp die Deadline auf den 15. Mai 2021 verschoben.

Damit beginnt die Massenflucht zu WhatsApp-Alternativen

Ebenso war es nicht sonderlich hilfreich, dass Facebook plötzlich öffentlich Dinge dementierte, die ohnehin niemand angekündigt hatte. Zum Beispiel, dass jeder User ein sog. Schattenprofil auf der Plattform bekommt, auch wenn er dort nicht angemeldet ist.

Nur allzu gerne nahmen andere Messenger Dienste wie Threema, Telegram oder Signal den Benutzerstrom auf. Bei Signal musste sogar der Server aufgerüstet werden, da man mit den Anfragen nicht mehr nachkam!

Doch sehen wir uns im nächsten Abschnitt einmal an, was WhatsApp AGB Änderungen 2021 eigentlich ändern will, welche Daten mit Facebook geteilt werden sollen und welche WhatsApp ohnehin schon bisher gesammelt hat. Um dies zu erfahren, muss man sich in die Tiefen der AGB sowie die Datenschutzklauseln des Anbieters begeben. Und diese sind für gewöhnlich ellenlang und nicht gerade eine beliebte Alltagslektüre.

WhatsApp 2021 - Weltweite Downloads Messenger Signal Telegram

Quelle: orf.at

Was genau will WhatsApp an den AGB ändern?

Digitale Fingerabdrücke statt echter Telefonnummern

Wer WhatsApp nutzt, wird dazu eingeladen, auch gleich die Kontakte, die er auf seinem Smartphone gespeichert hat, freizugeben. Damit wird ersichtlich, wer von seinen Freunden, Verwandten oder Geschäftspartnern bereits den Messenger verwendet. Außerdem erhält man eine Nachricht, wer von den Bekannten ebenso auf WhatsApp ist. Aber werden nun Name, Adresse, Geburtsdatum, Foto und sonstige Kontakteinträge auf irgendwelche Server des Messenger Dienstes hochgeladen?

Die beruhigende Antwort heißt: Nein. Laut Informationen des Anbieters werden sämtliche Kontaktdaten, die auf dem eigenen Handy gespeichert sind, nicht einmal mit den echten Telefonnummern hochgeladen. Stattdessen verwendet WhatsApp 2021 “digitale Fingerabdrücke”. Solche werden erstellt, sobald sich ein neuer User bei der Plattform anmeldet.

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Wissen Sie eigentlich, worin diese Ende-zu-Ende-Verschlüsselung besteht? Vereinfacht gesagt, bedeutet dies, dass die verschickten Nachrichten auf dem eigenen Handy verschlüsselt werden und erst in dieser Form zum Chat-Partner gelangen. Lediglich der richtige Empfänger hat den Schlüssel, um die Nachricht überhaupt zu sehen.

Dabei existieren verschiedene Herangehensweisen, wie App-Entwickler dies umsetzen. WhatsApp z.B. verwendet das sog. Signal-Protokoll. Hier muss der Nutzer einfach darauf vertrauen, dass keine Hintertüren eingebaut sind. Denn die Software kann von keinem Dritten überprüft werden.

Kein Zugriff auf Gruppenchats durch Unbefugte

Sie machen sich Sorgen darüber, dass die Nachrichten und Fotos, die Sie in eine WhatsApp-Gruppe posten, womöglich von Unbefugten gesehen werden? Auch diesbezüglich können wir Entwarnung geben. Offensichtlich hält der App-Betreiber, was er verspricht, da sich bereits einige Behörden über die Unzugänglichkeit der Chatverläufe beschwert haben.

Bleiben oder gehen: Warum WhatsApp die Gemüter spaltet?

Zuallererst muss festgestellt werden: Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. Wie zuvor erwähnt, haben die WhatsApp Alternativen in den letzten Wochen regen Zulauf erhalten. Zudem ist ein gewisser Wettbewerb unter den Messenger-Anbietern auf dem Markt prinzipiell etwas Gutes. Schließlich motiviert er Firmen dazu, besseren Service zu bieten. Andererseits lieben Nutzer die Bequemlichkeit. Somit kommt ein einziger Messenger, über den man ganz viele Menschen erreicht, einem nur gelegen.

Daten-Sharing zwischen Facebook und WhatsApp zur Service-Verbesserung?

Inwiefern ist das zu verstehen? Bekannterweise verdient Facebook mit Werbung Geld. Und je genauer die Plattform über ihre Benutzer Bescheid weiß, desto gezielter kann Werbung ausgespielt werden. Das geplante Daten-Sharing soll also für noch mehr Informationen über die einzelnen User sorgen:

  • Wer chattet/telefoniert mit wem wie lange?
  • Wer treibt sich in welchen Gruppen herum?

WhatsApp 2021: Alternativen

Insbesondere stechen zwei Messenger als Ausweichoptionen hervor. Diese haben wir im Nachfolgenden genauer unter die Lupe genommen.

Telegram: Der “synchronisierte Cloud Messenger”

Vom Erfinder des “russischen Facebooks” vk.com, Pawel Durow 2013 gegründet, erfreut sich Telegram mittlerweile einer großen Nutzerbasis. Anfangs bestand der Messenger vorwiegend aus russisch-sprachigen Usern. Heute kann man tägliche 400 Millionen aktive Nutzer vorweisen – und das global. Insofern ist die Wahrscheinlichkeit bei einem Switch von WhatsApp 2021 zu Telegram zahlreiche Kontakte wiederzufinden, relativ hoch.

Dennoch gilt es hierbei einiges zu bedenken. Zunächst wäre da der Datenschutz. Da der Messenger als synchronisierter Cloud Messenger fungiert, wird die Kommunikation nicht automatisch Ende-zu-Ende verschlüsselt. Um sich also verschlüsselt untereinander zu verständigen, ist es notwendig sog. “geheime Chats” zu starten. Von da an läuft es nicht mehr so reibungslos ab, wie bei WhatsApp 2021. Entweder funktioniert es nicht mehr über die Web App oder die Desktop-Version kann nicht auf den geheimen Chat am Smartphone zugreifen. Auf den ersten Blick scheint die Verschlüsselung also zu funktionieren. Aber wer weiß…

Ungewiss ist inzwischen auch, wo sich der Firmensitz von Telegram letztendlich befindet. Höchstwahrscheinlich hat man sich in Dubai niedergelassen. Grund dafür soll die Weigerung des Betreibers gewesen zu sein, Schlüssel der User an die russischen Behörden weiterzugeben. Nach einem Impressum sucht man auf der Website von Telegram daher vergeblich.

Signal: Der “einzig wirklich sichere Messenger”

Das meinen zumindest Edward Snowden und Elon Musk. Letzterer hat im Zuge der ersten Empörungswelle zum WhatsApp 2021-Zwangsupdate die Massen auf die Alternative hingewiesen. Wonach kurze Zeit später der Server von Signal aufgrund der Anmelde-Lawine nicht mehr zurande kam.

Das quelloffene Signal-Protokoll gilt aktuell tatsächlich als das sicherste. Grund genug für WhatsApp 2021 ebenso bei der Verschlüsselung auf diese Technologie zurückzugreifen. Bei einem Umstieg sind die Kontakte anhand der zuvor genannten “digitalen Fingerabdrücke” leicht zu finden. Neben der Möglichkeit zu chatten und zu telefonieren, punktet Signal außerdem mit Video Calls. Ebenso sind Gruppen verfügbar.

Und warum gilt Signal nun als sicherer als WhatsApp 2021? Die Antwort darauf heißt: Zero-Knowledge sowie Datensparsamkeit. Da der Messenger aufgrund von Spenden existiert, ist er nicht auf die entgeltliche Analyse von Metadaten angewiesen. Somit werden nur das Notwendigste auf dem Server gespeichert. Und nicht mal das würde einen Sinn für Hacker ergeben. Zudem ist es nicht einmal möglich alte Chatverläufe wiederherzustellen.

Die Datensparsamkeit von Signal hat den Messenger vor allem in Ländern “unbeliebt” gemacht, in denen Behörden die Aktivitäten ihrer Bürger im Netz kontrollieren wollen.

Fazit: Wann ist ein Wechsel zu einer WhatsApp Alternative sinnvoll?

Bevor wir zur Schlussfolgerung kommen, möchten wir kurz etwas vorwegschicken:

Wenn die Messenger App nichts kostet, sind Sie das Produkt!

Dieses Verständnis sollten die Nutzer jedenfalls im Vorfeld mitbringen. Des Weiteren wollen wir unterstreichen, dass Messenger für viele Menschen das gewöhnliche Telefonieren sowie SMS-Senden gänzlich ersetzt haben. In Hinsicht auf die Marktdominanz ist also WhatsApp 2021 für Unternehmen auf alle Fälle als Kunden-Kanal interessant.

Mit seiner ständig wachsenden Mitglieder-Anzahl entwickelt sich Telegram hingegen zu einem mehr und mehr unregulierten sozialen Netzwerk. Auch ist nicht wirklich klar, was mit den User-Daten passiert. Hier dürften die Sicherheitsstandards nur bedingt besser sein als beim Schreiben einer E-Mail.

Wer sich in einem undemokratischen Staat politisch aktiv betätigt oder aber grundsätzlich ein Sicherheitsenthusiast ist, für den ist Signal wohl die geeignetste Wahl. Denn hier ist man tatsächlich Big Data-frei unterwegs.

Am Ende des Tages muss also jeder für sich selbst entscheiden, inwieweit man bereit ist seine Daten zu teilen. Aus unternehmerischer Sicht ist es jedenfalls sinnvoll die Wahl danach zu treffen, wo man seine Kunden am besten erreicht.

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