Amazon: Lieferstopp Schweiz

Die Schweizer jubeln, ein Wettbewerber weniger!

Amazon reagiert auf das neue Mehrwertsteuergesetz der Schweiz und stoppt die Lieferung physischer Produkte.

Amazon Lieferstopp für Pakete in die Schweiz

Amazon Lieferstopp Schweiz

In der Schweiz werden online Bestellungen für ausländische Unternehmen ab einer bestimmten Umsatzgrenze (Schwellenwert-Regel) steuerpflichtig. Das neue Schweizer Mehrwertsteuergesetz tritt ab Januar 2019 in Kraft. Konkret betroffen sind Unternehmen mit Sitz im Ausland, die einen globalen Gesamtumsatz von über 100.000,- Franken mit Kleinsendungen aufweisen. Auf diese Gesetzesänderung reagiert Amazon beinhart mit einem Versandstopp von physischen Produkten in die Schweiz. Digitale Produkte sind weiterhin lieferbar.

Kunden aus der Schweiz können ab 27.12.2018 auf amazon.com nur noch digitale Produkte wie beispielsweise Software oder Hörbücher erstehen. Physische Produkte müssen über die Marktplätze aus den Nachbarländern geordert werden. Weiterhin bestellen kann ein Schweizer auf amazon.de, amazon.co.uk, amazon.it, mamazon.fr oder amazon.es.

Trotz der Ausweichmöglichkeiten, stehen für den Schweizer Markt erheblich weniger Produkte zur Auswahl. amazon.com ist in puncto Sortimentsbreite und -tiefe kaum zu überbieten. Die länderspezifischen Marktplätze können da keinesfalls mithalten.

Hintergrund des neuen Mehrwertsteuergesetzes

Vom neuen Gesetz sollen vor allem lokale Online Händler in der Schweiz profitieren. Diese müssen schließlich ebenso Mehrwertsteuer für Ihren Versand zahlen. Bis jetzt waren lokale Online-Shops aufgrund von höheren steuerlichen Abgaben benachteiligt. Sie konnten mit den ausländischen Mitbewerbern nicht mithalten. Durch das neue Mehrwertsteuergesetz soll sich das ändern.

Lieferungen aus Asien

Dabei betrachten wir vor allem Online-Riesen wie Alibaba, Wish oder JD.com. Diese sind von der Mehrwertsteuer und ebenso von Recyclinggebühren nicht betroffen. Zusätzlich ermöglichen subventionierte Posttarife eine günstige Lieferungen nach Europa. Online Händler wie Alibaba & Co sind so aufgebaut, dass sie aus tausenden von kleinen Händlern mit weniger als 100.000,- Franken Gesamtumsatz bestehen. Entsprechend schwierig ist es, die einzelnen Händler zu finden und zu prüfen.

Zusammengefasst

Amazon’s Entscheidung die Schweiz nicht mehr zu beliefern, lässt darauf schließen, dass die Schweiz für Amazon kein attraktiver Absatzmarkt ist. Ein zusätzlichen Grund stellt der Umstand dar, dass die Schweiz kein Mitglied der Europäischen Union ist. Daran ändert selbst die kürzlich in Kraft tretende EU-weite Geoblocking Verordnung nichts, da diese für die Schweiz als Nicht-EU-Land keine Anwendung findet. Amazon kann sich mit voller Kraft auf die Schauplätze in den Nachbarländern konzentrieren.

Ob es die große Erleichterung für den Schweizer Online Handel ist, wird sich zeigen. Wir glauben nicht, denn die Gesetzesänderung kümmert sich nicht ausreichend um den chinesischen Markt. Täglich erreichen rund 70.000 Pakete aus China die Schweiz. Hier wird es bald eine Nachjustierung benötigen.

Wir bleiben gespannt auf blicken mit Argus-Augen auf die weiteren Entwicklungen in der Schweiz.

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