Gillette Clip provoziert Shitstorm

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30 Millionen Aufrufe erreichte der Werbespot von Gillette bisher – es werden täglich mehr!

Was ist “MÄNNLICHKEIT” für Sie?

Gillette Werbespot provoziert Shitstorm

Der neueste Werbespot von Gillette sorgt für Aufregung und löste einen gewaltigen Shitstorm aus. Dabei ist der Werbeclip von Gillette nicht als typisches Commercial einzustufen. Viel mehr dient es der Imagewerbung und ist ein Statement des Unternehmens in Bezug auf #MeToo Bewegung und versucht ein neues Bild des Mannes zu zeichnen.

Der Inhalt des Gillette Videos

Im Video werden wie gewohnt Männer angesprochen. Der allseits bekannte Gillette Slogan “The Best a Man Can Get” wurde kurzerhand umgeschrieben in “The Best a Man Can Be” und hinterfragt so das Verhalten von Männern. In verschiedenen Szenen werden Situationen dargestellt, die Sexismus am Arbeitsplatz oder im TV zeigen, Gewalt unter Buben oder auch Mobbing. Dabei wird hinterfragt, ob das das tatsächliche Bild eines Mannes ist. Ebenso hinterfragt wird, ob Männer in dieser Form als Vorbild für ihre Kinder wirken möchten. Anschließend werden die gleichen oder ähnliche Situationen gezeigt, wo sich aber andere Männer einsetzen, wenn Frauen belästigt werden oder Buben streiten. Unterstrichen wird das am Ende mit dem umgewandelten Slogan “The Best a Man Can Be”. Somit wird kommuniziert, dass Männer mit gutem Beispiel für Ihre Kinder, insbesondere für ihre Söhne, vorangehen müssen.

Shitstorm und Reaktionen

Der Spot hat innerhalb von 4 Tagen auf YouTube über 16 Millionen Klicks in den USA erzielt. Dabei arteten die Reaktionen auf das Video in einen gewaltigen Shitstorm aus. Viele Männer fühlen sich durch das Video angegriffen und durch den Spot in eine Stereotype-Ecke gedrängt. Andere begrüßen es, dass ein Unternehmen wie Gillette es wagt eine solche Stellungnahme zur #MeToo Bewegung zu beziehen. Vor allem da Gillette seit über 30-Jahren mit dem Slogan “The best man can get” wirbt und dabei den sportlichen, erfolgreichen, Macho-Typen mit dessen Produkt anspricht.

Messerscharfe Diskussionen

Fakt ist, der Spot löste eine rege Diskussion aus die vor allem den “Mann heutzutage” hinterfragt. Wie sollen Männer sein und was ist männlich? Diese Fragen und persönliche Stellungnahmen wurden in 340.606 Kommentaren auf YouTube und über 50,5 Tsd. Kommentaren auf Twitter behandelt.

Nun stellt sich natürlich die Frage, ob diese Kampagne rein aus Marketing-Zwecken ins Leben gerufen wurde. Sprich, dass Gillette mit solch einer Reaktion gerechnet hat und es somit ein kalkulierter Shitstorm ist. Eines ist sicher, bezogen auf die Markenbekanntheit ist dieser Spot die erfolgreichste Werbung für den Rasierer-Produzenten.

Stellungnahme von Gillette

Das Werbevideo und den ausgelösten Shitstorm hat das Unternehmen natürlich nicht unkommentiert gelassen. In einem Video verriet ein Sprecher von Gillette, dass dieses Video nur ein kleiner Teil einer großen Kampagne sei. So möchte Gillette aktiv dazu beitragen, gegen toxische Männlichkeit dessen Beitrag zu leisten. Damit Verbunden ist, ein anderes Weltbild von Männlichkeit in Form der Werbung zu vermitteln. Zusätzlich möchte das Unternehmen Non-Profit-Organisationen, die bei diesem Ziel helfen die nächsten drei Jahre mit je einer Million US-Dollar unter die Arme greifen.

Weitere bekannte Shitstorms

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United Breaks Guitars

Der aus Amerika stammende Country Sänger David Carroll flog im Jahr 2008 mit der Airline United. Bei einer Zwischenlandung sahen er und seine Bandmitglieder, wie seine Gitarre vom dortigen Flughafenpersonal herumgeworfen wurde, wobei diese auch kaputt ging. Nachdem Coarroll sich bei United Airlines deshalb bei verschiedenen Stellen beschwerte, wurde er einfach ignoriert. Daraufhin schrieb er einen Song gegen die Airline. Dieses Video wurde so oft angesehen und geteilt, dass sogar ein Bericht in den Nachrichten erfolgte und der Aktienkurs der Airline darunter litt.

Pepsi Commercial mit Kendall Jenner

Der Pepyi Werbespot aus dem Jahr 2017 hat ebenso einen politischen Hintergrund, weshalb dieser auch einen großen Shitstorm auslöste. So bezieht sich dieser Spot auf Polizeigewalt gegen Afroamerikaner und die “Black Lives Matter” Bewegung. Im Spot kann ein Pepsi-Getränk überreicht von Model Kendall Jenner an einen Polizisten eine nahezu eskalierende Demonstration entschärfen. Da jedoch jegliche Glaubwürdigkeit des Spots angezweifelt wurde, hat Pepsi diesen sofort vom Markt genommen.

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Greenpeace Spot

Greenpeace attackierte in einem Spot im Jahr 2010 Nestle. In dem Spot ging es darum, dass für das Produkt KitKat Palmöl verwendet wird, weshalb der Lebensraum der Orang-Utans zerstört wird. Daher haben die gefährdeten Tiere einen noch kleineren Lebensraum. Der Shitstorm wurde ausgelöst, da Nestlé gerichtlich gegen das Video vorging und ebenso alle Diskussionen unterband anstelle darauf einzugehen.

Fazit zu Shitstorms

Werbetreibende befinden sich in einer verzwickten Lage, wenn sie politische oder ethische Meinungen verbreiten. Schnell werden kommerzielle Interessen nahegelegt. Auch in diesem jüngsten Beispiel wird dem Aussender Gillette die Absatzsteigerung unterstellt. Ob es nun ehrliches Interesse am Imagewandel des Mannes oder doch Gewinnabsichten sind, bleibt vorerst offen. Jedenfalls beschreitet dieser Clip einen neuen Weg, den wir zumindest erfrischend finden.

Wir bleiben weiter dran und sind gespannt, wie sich diese mutige Aktion von Gillette im Netz weiter entwickeln wird. Live Einblicke auf Twitter #thebestmencanbe – and! Don’t say: “Boys will be boys!”

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