Adblocker Anteil steigt

Die Sichtbarkeit von Bannerwerbung leidet

20,3 Mill. Menschen in Deutschland nutzen einen Adblocker!

Adblocker gefährden Werbeanzeigen

adblocker

Der Adblocker Anteil liegt bei 24%. Problem: Adblocker verhindern das Anzeigen von JavaScript basierenden Bannern. Damit wird die Sichtbarkeit von Bannern stark eingeschränkt. Unsere Werbetreibenden erreichen die Zielgruppe schlechter.

Der Online Vermarkterkreis (OVK) veröffentlichte die neuesten Statistiken zum Thema Adblocker im Raum Deutschland. Im Durchschnitt verwenden 33% der Deutschen bereits einen Ad-Blocker. Im Vergleich zum Vorjahr blieben die Zahlen stabil. Folglich gab es keinen Anstieg in der Verwendung von Ad-Blockern in Deutschland. Dabei nutzen 51% der 18-24-Jährigen einen Werbeblocker. In der Altersgruppe der 25-34-Jährigen sind es 40,4%.

Aus der Umfrage geht ebenso hervor, dass Adblocker hauptsächlich auf Desktop oder Laptops eingesetzt werden.

Bildquelle: de.statista.com

Gründe für den Einsatz

Innerhalb der aktuellen Umfrage gaben 59% der User an, dass Werbeblocker die Nutzung der Website vereinfachen. Im Jahr 2017 wurde mit 72% am häufigsten angegeben, dass Online-Werbung ablenkt und stört. Mit 61% wurden als Gründe die verlangsamte Ladezeit einer Seite aufgrund der Werbung und weil einfach zu viel Werbung platziert wird genannt. Datenschutzbedenken gaben in etwa 38% der befragten Ad-Blocker-User 2017 an.

Zahlen in Österreich

Statista veröffentlichte die Nutzung von AdBlocker nach Altersgruppen in Österreich. Dabei fällt auf, dass die User-Zahlen in Österreich sogar höher sind als in Deutschland. Diese zeigt, dass mit 55,6% bereits mehr als die Hälfte der 18-24-Jährigen eine Ad-Blocker-Software nutzen. Mit 43,6% fällt die Anzahl der 25-34-Jährigen etwas geringer aus. Jedoch ist die Nutzung von Ad-Blocker-Software nicht auf ein gewisses Alter beschränkt. Ebenso in der Altersgruppe der 35-44-Jährigen werden diese Werbeblocker noch immer von 32,8% der User eingesetzt.

Bildquelle: de.statista.com

Google setzt Maßnahmen

Nicht zuletzt Google nimmt die Ergebnisse und den Trend der AdBlocker ernst. So erwirtschaftete Google aus online Werbeanzeigen im Jahr 2017 rund 95,4 Milliarden US-Dollar. Das heißt, Adblocker gefährden die lukrative Einnahmequelle des Suchmaschinen-Giganten. Daher wurden vor allem die Gründe, die für einen Werbeblocker sprechen genauer betrachtet.
Darauf basierend brachte Google im Februar 2018 dessen eigenen Adblocker für Google Chrome auf den Markt. Ebenso die Werberichtlinien im Branchenverband „Coalition for Better Ads“ wurden erneuert. Demnach sind „Unfriendly Ads“ unerlaubt und werden blockiert. Darunter fallen vor allem aufdringliche, störende Werbeanzeigen.

Das heißt, damit Werbeanzeigen für User nicht länger als lästig wahrgenommen werden, sollten Sie laut Google auf folgendes verzichten:

  • Pop-Up-Anzeigen, die den gesamten Bildschirm verdecken
  • Automatisch abspielender Ton
  • Ads, ohne Schließ-Möglichkeit
  • Ads mit einem Countdown zum Schließen

Lösungen für Online-Werbetreibende

Für die Werbefläche im AdBlocker zahlen

Nun sind Sie bestimmt verwirrt, da Sie sich denken, dass Sie ohnehin für die online Werbeanzeigen zahlen. Jedoch ist es möglich mittels Bezahlung und mit dem Verzicht auf aufdringliche Werbung, sich innerhalb des Werbeblockers freizukaufen. Viele nützliche Online-Dienste finanzieren sich ausschließlich über Werbeeinnahmen, was ebenso Adblocking-Anbieter wissen. Daher wird diese Form der Werbung trotz Werbeblocker angeboten und natürlich, weil es sich als lukrative Einnahmequelle zeigt.

Alternative Werbestrategien wie Native Advertising

Content als Werbemittel

Egal ob im eigenen Content oder dem einer anderen Website. Von Adblockern wird Text als Werbeanzeige kaum erkannt bzw blockiert. Daher zahlt es sich aus, einen Artikel über ein Produkt bzw. einer Dienstleistung zu verfassen. Natürlich dürfen innerhalb des Artikels wichtige Call-to-Actions, sogenannte Kaufaufforderungen, nicht fehlen. Diese sollten bestenfalls auffällig als Button dargestellt werden und direkt zum Produkt im Online-Shop führen.

Für die Gestaltung des Textes sollte natürlich ebenso tief in die SEO-Trickkiste gegriffen werden. So wird der Artikel auch von den potentiellen Interessenten gefunden. Äußerst hilfreich sind in diesem Sinne auch Kooperationen bzw. bezahlte Artikel auf Partner-Webseiten.

Unaufdringliche Werbeanzeigen

Wie bereits erwähnt, sollten die gestalteten Werbeanzeigen den Richtlinien der Coalation for better Ads entsprechen. Aus dem einfachen Grund, da viele AdBlocker genau nach diesen Kriterien aufdringliche Werbeanzeigen blockieren. Daher gilt, je einfacher eine Werbeanzeige gestaltet ist, desto eher wird diese auch angezeigt. Deshalb verzichten Sie lieber auf blinken, Musik oder andere Effekte.

Hinweis zum Deaktivieren

Mit dem Trend der Adblocker sind vor allem online Medien, die sich hauptsächlich über Werbeeinnahmen finanzieren, kreativ geworden. So bieten viele Online Medien Ihre Dienste nur dann an, wenn der User dessen Adblocker für diese Seite deaktiviert. Das heißt, wenn ein User mit aktivierten AdBlocker die Webseite aufruft, erscheint ein Fenster mit ähnlichem Inhalt wie:

“Lieber User, bitte verstehen Sie, dass wir unsere Dienstleistung nur kostenlos anbieten können, da wir uns durch Werbeeinnahmen finanzieren. Daher haben Sie Verständnis, dass Sie folgenden Artikel nur dann vollständig sehen, wenn Sie Ihren AdBlocker deaktivieren. Vielen Dank!”

In dieser Form kann ebenso dem User die Wahl gelassen werden, ob dieser den Werbeblocker deaktivieren möchte um die Webseiteninhalte kostenfrei zu sehen oder dieser bereit ist, eine kleine Gebühr zu zahlen. Diese ermöglicht eine Darstellung der Dienstleistung bzw. einen Download ohne Werbeanzeigen.

Fazit: AdBlocker Trend oder Notwendigkeit?

Der Trend hin zu Werbeblockern ist im Grunde nichts anderes als ein Feedback, dass die gestalteten Werbeanzeigen für den Nutzer unzumutbar waren. Das ist jedoch nicht der Sinn hinter einer Werbeanzeige. Sind wir uns ehrlich, eine Werbeanzeige soll sich nicht primär aufzwingen. Sondern beim Kunden einen Bedarf wecken.

Wenn wir zurück denken, war es innerhalb des Online Werbenetzes in der Vergangenheit durchaus schwierig mit subtilen Werbeanzeigen durchzukommen. So überwiegte eher der Kampf, die eigene Werbeanzeige auffälliger als der Mitbewerber zu gestalten als für den Kunden ansprechend zu sein. Mit den Adblockern wurden Werbetreibende wachgerüttelt, dass diese Form nicht erträglich ist. Somit betrachten wir Werbeblocker im ersten Schritt als Verzweiflungsakt der User.

Nun gilt es, das Vertrauen der Nutzer wieder zu erlangen. Ihnen zu beweisen, dass inzwischen subtiler geworben wird und dass das “online Surfen” durch Werbeanzeigen nicht negativ beeinflusst wird. Wir sind trotz Verpönung aufgrund des Datenschutzes, freunde von “nutzerrelevanten Werbanzeigen” sprich Remarketing-Kampagnen. Ich persönlich sehe lieber Werbeanzeigen, die auf meinem Interesse basieren als unwillkürliche Werbung.

Die andere sinnvolle Werbeform, die sich durch diesen Trend entwickelt hat, ist Native Advertising. Einen Artikel über ein vor allem erläuterungsbedürftiges Produkt zu verfassen macht einfach Sinn. Neben der Produktbeschreibung mit eventuell möglichen Erweiterungen und Erläuterungen zum Einsatz ist für den User hilfreich. Wenn dann zusätzlich Produktbewertung und Call-to-Actions angegeben werden, steigert das die Usability ungemein.

Natürlich können Sie ebenso dem Beispiel der Medien-Branche folgen. Das heißt dem User einen Anreiz geben, den Adblocker für Ihre Webseite zu deaktivieren.

Wir sind in jedem Fall gespannt wie sich die Werbeformen weiter anpassen werden und welche neuen Werbemethoden (Ads innerhalb von Sprachassistenten) dazukommen werden.

Sie wollen die Sichtbarkeit Ihre Werbemaßnahmen prüfen? Wir helfen Ihnen.

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