Amazon SEO
Was steckt hinter dem Begriff Amazon-SEO?
Amazon SEO (auch: Marktplatz-SEO) bezeichnet alle Maßnahmen, die ein Produkt-Listing so optimieren, dass es in den Amazon-Suchergebnissen möglichst weit oben erscheint. Anders als Google-SEO ist Amazon SEO vollständig transaktionsorientiert: Der Algorithmus bewertet ausschließlich danach, wie wahrscheinlich ein Klick zum Kauf führt.
Marktplatz-SEO auf Amazon: Der A9/A10-Algorithmus
Amazon ist die wichtigste Produktsuchmaschine im deutschsprachigen E-Commerce – mehr als die Hälfte aller Produktsuchen in Deutschland beginnen direkt auf Amazon, nicht bei Google. Wer auf Amazon nicht gefunden wird, verliert damit einen erheblichen Teil seiner potenziellen Kunden.
Wie der Amazon-Algorithmus funktioniert
Amazons Suchalgorithmus wird in der Branche als A10 bezeichnet. Amazon hat keinen offiziellen A10-Launch kommuniziert; der Begriff hat sich aber als Branchenstandard für die veränderte Gewichtung etabliert.
Hier ein Ranking
| Faktor | A10 (seit 2020) |
|---|---|
| Keyword-Relevanz | Hoch |
| Verkaufshistorie | Hoch |
| Conversion Rate | Sehr hoch |
| Kundenzufriedenheit / Bewertungen | Hoch |
| Retourenquote | Hoch |
| Externer Traffic (Social, Google) | Relevant |
| Seller Authority | Hoch |
| PPC / Sponsored Ads | Weniger Einfluss |
Die wichtigsten Rankingfaktoren im Detail
- Produkttitel Der Titel ist das stärkste Relevanzsignal. Seit Januar 2025 gilt für die meisten Kategorien ein Zeichenlimit von 200 Zeichen; auf mobilen Geräten werden nur die ersten 80 Zeichen angezeigt. Empfohlene Reihenfolge: Marke → Produktart → Hauptkeyword → spezifische Merkmale (Farbe, Größe, Material).
- Bullet Points (5 Stichpunkte) Hier werden Hauptvorteile und Nutzenversprechen platziert. Relevante Keywords einarbeiten, aber lesefreundlich formulieren – da Nutzer entscheiden, nicht nur Algorithmen.
- Produktbeschreibung / A+ Content Markenhersteller können mit A+ Content erweiterte Produktseiten mit Vergleichstabellen, Lifestyle-Bildern und strukturierten Texten anlegen – das erhöht nachweislich die Conversion Rate.
- Backend-Keywords Suchbegriffe, die im Listing nicht sichtbar sind, aber für den Algorithmus indexiert werden. Hier Synonyme, alternative Schreibweisen und fremdsprachige Keywords eintragen.
- Produktbilder Hauptbild mindestens 1.000 × 1.000 Pixel (für Zoom-Funktion), weißer Hintergrund, Produkt füllt min. 85 % des Bildes. Weitere Bilder zeigen Anwendung, Details und Verpackung.
- Conversion Rate und Sales Velocity Listings, die Klicks konsequent in Käufe umwandeln, ranken besser. Ein schlechtes Hauptbild oder ein unklarer Preis senken die Conversion – und damit das Ranking.
- Bewertungen und Seller-Performance Bewertungen beeinflussen das Ranking indirekt: Mehr Bewertungen → höhere Conversion → besseres Ranking. Die Retourenquote und Lieferzuverlässigkeit fließen direkt in die Seller Authority ein.
- Externer Traffic A10 bewertet Traffic, der von außen auf Amazon kommt (Google, Social Media, E-Mail), positiv. Eine externe Traffic-Strategie ist für ambitionierte Seller damit zunehmend relevant.
Singles‘ Day und Prime Day: Saisonale Umsatzspitzen
Neben dem Black Friday gibt es zwei weitere umsatzstarke Events, die für Amazon-Seller relevant sind:
- Prime Day (jährlich im Juli): Exklusiv für Prime-Mitglieder; höchster Traffic des Jahres auf Amazon
- Singles‘ Day (11. November): Ursprünglich von Alibaba etabliert, wird heute auch auf Amazon.de mit Sonderangeboten bespielt
Für Amazon-Händler bedeuten diese Tage: Lagerbestand planen, Listings vorab optimieren, Sponsored-Ads-Budget erhöhen.
Warum Amazon oft günstiger ist als der Wettbewerb
Ein wesentlicher Faktor für Amazons Preisvorteile ist die konsequente „Steueroptimierung“. Amazon Europe S.à r.l. mit Sitz in Luxemburg bündelt bis heute einen Großteil der europäischen Umsätze — Luxemburg erhebt deutlich niedrigere Körperschaftssteuern als Deutschland oder Österreich. Hinzu kommt, dass Amazon jahrelang kaum Gewinne auswies, da Überschüsse konsequent in Logistik, Technologie und Marktexpansion reinvestiert wurden — was die Steuerlast legal drückte.
Drittanbieter auf dem Marketplace zahlen zudem Gebühren an Amazon, ohne dass Amazon selbst das Handelsrisiko trägt, was die Marge verbessert. Für lokale Händler bedeutet das strukturell ungleiche Ausgangsbedingungen: Wer in Österreich oder Deutschland vollständig steuerpflichtig ist, kann preislich oft nicht mithalten — weshalb eine starke Markenpositionierung, schnellere Lieferzeiten und überlegener Kundenservice die entscheidenden Differenzierungsmerkmale im Wettbewerb mit Amazon sind, solange es keine einheitlichen Steuerregelungen für Konzerne mit Amazon gibt.
Weiterführend: Amazon Ads & Werbung bei Medienkraft · Webshop-SEO · Performance Marketing
Quellen: whataboutsearch.com, plentyone.com, sellerlogic.com







