styriarte: Watchgroup ortet Sexismus

Ist das Sujet Kunst, Werbung oder Provokation?

Ist Bodypainting bereits sexistisch? In den Augen der Watchgroup: Ja!

Nach dem Kriterienkatalog der Grazer Watchgroup ist das aktuelle (2019) Sujet der styriarte als sexistische Werbung, die lediglich polarisiert, einzustufen.
Die Grazer Watchgroup wird vom Unabhängigen Frauenbeauftragten-Kollektiv des Grazer Frauenrates betrieben.

Auf dem Titelbild der styriarte zu sehen ist eine attraktive in Gold gehalten nackte Frau, die an den markanten Stellen (Brust und Geschlechtsteil) von Geäst abgedeckt ist. Laut Watchgroup wird aufgrund der sexualisierten Darstellung der Frau, diese auf ihren Körper und somit auf ihre Sexualität reduziert. Daher dient die Frau lediglich als dekorativer Blickfang innerhalb des Bildes und wird als universell einsetzbares Werbemittel verwendet. Wenngleich versucht wird, eine Verbindung des Sujets zum aktuellen Thema der steirischen Festspiele zu schaffen.

Thema der Festspiele

Das aktuelle Programm der Styriarte 2019 wird unter dem Titel Verwandlung beworben. Dieser Titel bezieht sich auf Ovids Metamorphosen und im speziellen auf die Erzählung der Nymphe Dafne. Dabei wird der Gott Apoll von einem Pfeil Armors getroffen und verliebt sich daraufhin in die Nymphe Dafne. Dafne jedoch erwidert dessen Liebe nicht und verwandelt sich in einen Lorbeerbaum, um den Nachstellungen von Apoll zu entgehen.
Der Wiener Hofkapellmeister Johann Joseph Fux komponierte 1714 zum Anlass des Geburtstages von Kaiser Karl VI die Kammeroper Dafne in Lauro. Diese handelt von der Geschichte Dafnes.

Künstlerin Birgit Mörtl erstellte das Sujet

Gestaltet wurde das Sujet von der aus Österreich stammende Birgit Mörtl. Diese ist eine anerkannte Künstlerin, Modedesignerin und mehrfache Weltmeisterin im Bodypainting. In Österreich bekannt wurde sie durch ihre langjährige Zusammenarbeit mit dem Life-Ball. Innerhalb ihrer Künstlerischen Darstellung greift sie oft Themen im Bereich Gender-Diversität, weibliche Sexualität, Homosexualität und Geschlechterrollen auf.

Stellungnahme: Thomas Höft

Mit dem Sujet beworben werden die heurigen steirischen Festspiele der styriarte. Thomas Höft, Festival-Dramaturg, äußerte sich zu den Vorwürfen in einer Stellungnahme. Dabei stellt er deutlich den Bezug des Titelbildes zum aktuellen Programm klar. Er erklärt, dass die Frau auf dem Titelbild die Nymphe Dafne aus den Metamorphosen Ovids darstellt. Diese verwandelt sich laut griechischer Mythologie in einen Lorbeerbaum und diese Verwandlung wird auf dem Titelbild dargestellt. Das Sujet verweist somit auf das Kernstück des Festivals, das zum Auftakt „Dafne in Lauro“ von Johann Joseph Fux aus dem Jahr 1714 zeigt.

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