Travelbird ist insolvent

Schnäppchen-Börse für Urlaub sperrt zu!

32,1 Millionen Euro konnten TravelBird auch nicht mehr retten!

Nach 8 Jahren verabschiedet sich Travelbird von der Urlaubsbühne.

Travelbird Insolvenz Message

Bild: Screenshot TravelBird.at

Travelbird, das online Reiseunternehmen ist insolvent. Nach 8 Jahren am Markt, mit rund 310 Mitarbeitern und Partnern, verabschiedet sich das niederländische Unternehmen. Auf der Webseite, die bis vor kurzem noch attraktive Reiseangebote zeigte, ist nur noch eine lange Nachricht welche die Insolvenz-Botschaft beinhaltet zu sehen.

TravelBird erobert Europa im Sturm

Das niederländische Unternehmen mit Hauptsitz in Amsterdam wurde am 26. April 2010 von Symen Jansma und Dennis Kolmpalberts gegründet. Das attraktive Konzept, aus allen online Reiseangeboten, die besten Angebote zu filtern und auf deren Webseite anzubieten, fand zunächst hohen Anklang.

Weshalb das Unternehmen schnell wuchs und im Jahrestakt in weitere Länder expandierte. Bis zum Jahr 2014 war TravelBird bereits in folgenden Ländern vertreten:

Deutschland, Belgien, Luxemburg, Frankreich, Dänemark, Österreich, Spanien, Polen, Italien, Schweden Großbritannien, Norwegen, Finnland, Ungarn und Portugal

 Innerhalb von 4 Jahren (2010 bis 2014) wurde in 15 Länder expandiert.

Reiseplattformen wurden übernommen

Auch im Angebot von TravelBird tat sich einiges innerhalb der letzten 8 Jahre. So wurde das Angebot im Jahr 2012 um Städtereisen erweitert und die belgische Reiseplattform mytrip.nl übernommen. Bereits im Jahr 2013 wurden zwei weitere niederländische Reiseplattformen übernommen: BookVandaag und TravelCoupon.nl

Finanzielle Situation

Zu Bestzeiten beschäftigte das Unternehmen rund 700 Mitarbeiter, hatte bis zu 9,5 Millionen Webseitenbesucher und täglich reisten ca. 12.000 Kunden, die über TravelBird buchten.

Doch dieses Wachstum konnte nicht allein durch die Einnahmen finanziert werden. So erhielt das Unternehmen 2014 die erste Finanzspritze von Rocket Internet über ihre Investitionsgesellschaft Global Founders Capital. Rocket Internet investierte bis zum Jahr 2015 rund 32,1 Millionen in das Unternehmen und war mit 25,2% am Unternehmen beteiligt.

Die ersten Rückschläge

Das schnelle Wachstum und hohe Investitionen in dessen Mobiltechnologie (Apps) zeigten im Herbst 2015 die ersten Auswirkungen. So verkleinerte sich TravelBird aufgrund zu geringer Umsätze und zog dessen Angebot aus den Ländern Polen, Italien, Spanien, Ungarn und Portugal zurück.
Im Jahr 2016 beendete auch der niederländische Reisanbieter Toerkoop dessen Kooperation mit Travelbird.

Diese Umstände bedeuteten gleichzeitig eine Verringerung der Angestellten von 700 auf rund 550 Mitarbeiter im Jahr 2016.
Obwohl Travelbird im ersten Halbjahr 2018 zum ersten Mal grüne Zahlen schrieb, musste das Unternehmen dessen Online-Dienst einstellen.
Laut eigenen Angaben, aufgrund von Zahlungsverzögerungen an dessen Partner wegen saisonaler Schwankungen und der Mangel an weiteren Investoren.

Ich habe bei TravelBird gebucht – was mache ich jetzt?

Alle Personen, die bereits eine Reise über TravelBird gebucht haben, sind mit der Foundation for the Guaranty of Travelers funds (SGR) abgesichert.
Laut Information auf deren Webseite, wird sich ein Mitarbeiter der SGR direkt per E-Mail an die betroffenen Personen wenden.
Soviel ist bekannt, dass eine Rückerstattung beantragt werden muss und Dokumente wie Reisebestätigung, Quittung, Flugtickets und dergleichen benötigt werden.

Antworten für weitere Fragen bzw. Kontaktmöglichkeiten sind direkt auf der Webseite von TravelBird zu finden:

Ein kleiner Nachruf…

TravelBird hat ein äußerst attraktives Angebot für dessen Kunden geboten und war unter anderem bestimmt eine Inspiration für ähnliche Anbieter. Mehr als 7 Millionen durchgeführte Reisen liefern den nötigen Beweis.

Doch auch wenn im online Bereich hohe Aufwände wie der Bau von Betriebswerkstätten und Lager entfallen, ist es dennoch nicht einfach in einer solchen Schnelligkeit in weiteren Ländern zu expandieren, wie es TravelBird gemacht hat.

Vor allem im Bereich e-Commerce, steht man vor großen Herausforderungen. Angefangen bei der Webseite selbst (bspw. den Sprachlichen Unterschieden) bis hin zur Organisation wie unterschiedliche Angebote bzw. Partner in den verschiedenen Ländern.
Zusätzlich wurde die zugehörige App entwickelt und der Mitbewerb ist gewachsen.

Für uns ist TravelBird ein gutes Beispiel dafür, dass ebenso mit einem grundsätzlich erfolgreichen Konzept, ein langsames, nachhaltiges Wachstum erfolgsversprechender ist.

Sie interessieren sich für Tourismus und E-Commerce und wollen mehr erfahren? Nur zu, wir freuen uns auf Ihre Anfrage.

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