Rekordstrafe für Mastercard

570 Millionen Euro Strafe

Kreditkartenanbieter Mastercard verrechnete jahrelang zu hohe Gebühren an Kunden!

Mastercard hat gegen Kartellrecht verstoßen

Rekordstrafe für Mastercard - Kreditkarte

Laut EU-Kommission hat Mastercard gegen das Kartellrecht verstoßen. Deshalb wurden jahrelang zu hohe Gebühren für Kreditkartengeschäfte verrechnet. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager erklärte, dass Mastercard in dessen Regelungen Händler eingeschränkt hat. Somit konnten Händler nicht zu Banken innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten wechseln, die günstigere Konditionen anbieten. Das hatte wiederum zur Folge, dass die Kosten für Kartenzahlungen künstlich in die Höhe getrieben wurden, die von den Kunden und Einzelhändlern getragen werden mussten.

Mastercard muss eine Geldbuße in der Höhe von 570.566.000,- EUR zahlen. Diese Strafe wurde von der Europäischen Kommission verhängt. Mastercard hat die Verstöße anerkannt, weshalb die Strafe um 10% reduziert wurde.

Kreditkartenzahlungen in Österreich & Deutschland

Die Tragweite des Vergehens von Mastercard wird einem erst richtig bewusst, wenn Sie bedenken, dass Mastercard gemessen vom Anteil der ausgegebenen Kreditkarten und des Transaktionswertes das zweitgrößte Kartenzahlsystem im Europäischen Wirtschaftsraum ist. Dennoch ist es schwer zu erahnen, welche Zahlen und Summen hinter der Aussage des zweitgrößten Kartenzahlsystems liegt. Daher haben wir uns Österreich und Deutschland von den EU-Mitgliedsstaaten herausgepickt und die Zahlen zu Kreditkarten genauer betrachtet.

Allein in Österreich wurden im Jahr 2017 ca. 170,6 Millionen Transaktionen mit Kreditkarten getätigt. Dabei wurden bis zum Ende des Jahres 2017 ca. 3,4 Millionen Kreditkarten in Österreich ausgegeben.

Bei unseren Nachbarn in Deutschland wurden im Jahr 2017 um die 3,3 Milliarden Transaktionen mit Kreditkarte durchgeführt. Generell ist im Zeitraum von 2007 bis 2017 die Anzahl der Kreditkarten in Deutschland von 22.244 auf 35.079 Millionen gestiegen. Das entspricht einem Anstieg von 57,7%. Bis zum Jahr 2018 waren in Deutschland 17,9 Millionen Deutsche im Besitz einer Mastercard.

Die Zahlung über Karte ist sehr beliebt, wobei der Trend der Kartenzahlungen steigend ist. Vor allem im Bereich des E-Commerce sind Kreditkartenzahlungen beliebt. So werden in Europa bereits für mehr als die Hälfte der bargeldlosen Zahlungen bereits über Zahlungskarten abgewickelt.

Regelungen von Mastercard

Die Regelung von Mastercard, die laut der EU Kommission gegen das Kartellrecht verstößt, umfasst das sogenannte Interbankentgelt. Laut den Regelungen des Kreditkartenanbieters mussten die Interbankentgelte des Landes angewendet werden, in dem der Händler ansässig war.

Hintergrund und Problematik von Interbankentlegter

Interbankentgelte sind Gebühren, die für die Händlerbank (dem Acquirer) anfallen, wenn ein Verbraucher bei einem Händler mit Debit- oder Kreditkarte zahlt. Die Gebühren müssen dann von der Händlerbank an die Bank des Karteninhabers (dem Issuer) gezahlt werden. Die Händlerbank wälzt jedoch diese Gebühren auf den Händler ab, der diese Kosten wiederum als Preisaufschlag auf dessen Produkte einfließen lässt. Der Kunde wiederum zahlt diese Gebühren mit dem Produktkauf mit. Da die Gebühren auf den Endpreis des Produktes aufgeschlagen werden, werden diese von allen Kunden getragen. Unabhängig ob mit Kreditkarte oder in einer anderen Form gezahlt wird.

Im Dezember 2015 wurden jedoch Endgeltobergrenzen durch die Interbankentgelt-Verordnung eingeführt. Jedoch unterschieden sich die Interbankentgelte innerhalb der EU-Länder vor der Verordnung entscheidend. Durch die Regelungen von Mastercard konnten die Händler somit nicht durch einen Wechsel der Händlerbank in einem anderen EU-Land, von günstigeren Entgelten profitieren.

Daher wurde bereits im April 2013 von der Kommission ein förmliches Kartellverfahren gegen Mastercard aufgenommen. Dabei wurde geprüft, ob dessen Regelungen das grenzüberschreitende Acquiring betreffend gegen die EU-Kartellvorschriften verstoßen.

Der Schluss der Kommission

Nach tiefgreifender Untersuchung des Falles, kam die Kommission zu dem Schluss, dass Mastercard eine künstliche Barriere für Acquirer geschaffen hat. Weshalb die Strafzahlung in Höhe von mehr als 570 Millionen Euro gerechtfertigt ist.

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