Newspack – ein neues CMS kommt

Google und WordPress entwickeln CMS

1,2 Millionen USD steuerte Google zur Entwicklung von Newspack bei

Ende Juli 2019 soll die Beta-Version von Newspack erscheinen

Newspack, Newspack das neue CMS

Bildquelle: Screenshot newspack.blog

Automattic Inc., die Muttergesellschaft von WordPress.com, entwickelt ein neues Content Management System namens Newspack. Das Cloud-basierende CMS soll primär für kleine und mittlere Medienhäuser angeboten werden. Die CMS-Plattform soll Journalisten helfen, Artikel schneller, sicherer und kostengünstiger online zu veröffentlichen.

Damit das Projekt „Newspack“ realisiert werden kann, hat sich Automattic Inc namhafte Investoren bzw. Projektbeteiligte gesucht. So beteiligte Google sich an diesem Projekt mit ihrer News-Initiative mit rund 1,2 Millionen US-Dollar. Weitere Unternehmen wie The Lenfest Institute for Journalism, Civil Media (die Blockchain-Organisation) und The John S. and James L. Knight Foundation investierten insgesamt weitere 1,2 Millionen US-Dollar.

Funktionen von Newspack

Newspack wird auf Basis von WordPress entwickelt und soll vor allem die Bedürfnisse von kleinen Verlagen und Journalisten stillen. Daher soll es für Journalisten möglich sein, über diese Plattform Inhalte zu erstellen, zu veröffentlichen und zu monetarisieren. Offiziell wurde die neue Plattform jedoch noch nicht vorgestellt bzw. Funktionen bekannt gegeben.

Laut eigenen Angaben soll Journalisten Aufgaben wie das Entwerfen von Webseiten, das Konfigurieren von CMS oder das Erstellen von Handelssystemen von der Plattform abgenommen werden. Dazu gehören Funktionen wie das Registrieren von Abonnenten und gewisse Beiträge nur unter speziellen Voraussetzungen für Leser freizuschalten.

Automattic arbeitet ebenso mit Spirited Media und News Revenue Hub zusammen, um für den Publisher erfolgsversprechende Lösungen zu finden. Ein Fokus ist es auch, dass alle angebotenen Funktionen messbar gemacht werden.

Durchgesickert ist ebenso, dass Newspack über Blockchain-Tools verfügen soll. Dies verkündete ein Repräsentant von ConcenSys. So sollen Publisher die Möglichkeit haben, auf der CMS Plattform ihre Artikel über ein Plugin auf der Civil-Blockchain zu archivieren.

Daraus kann geschlossen werden, dass Newspack ebenso verschiedene Zahlungssysteme integriert haben wird.

Wann wird Newspack released (erscheinen)?

Derzeit können sich Medienhäuser auf der Website von Newspack für einen Betatest anmelden. Geplant ist, dass Ende Juli 2019 Newspack als Betaversion mit der Testphase startet. Es wurde bereits angekündigt, dass Newspack während der Entwicklungsphase für Unternehmen kostenfrei nutzbar ist. Jedoch soll Newspack nach der Entwicklungsphase, wahrscheinlich ab Ende Jänner 2020 kostenpflichtig werden. Dabei sollen die Lizenzgebühren mit 1.000,- und 2.000,- Dollar pro Monat verrechnet werden.

Newspack Vorteile gegenüber WordPress

Im Grunde genommen ist der große Vorteil, dass keine PlugIns benötigt werden. Es soll von Anhieb an alles für den Publisher vorhanden sein. Wie beispielsweise Inhalte über Abonnements, gebührenpflichtige Paywalls oder Benutzerkonten zu verwalten und darüber einzunehmen. Somit sollen Entwicklungskosten und Anpassungen gespart werden.

Welche Auswirkungen gibt es für bestehende WordPress-Installationen?

Die erste Auswirkung der Kooperation von Google mit WordPress ist ein neues WordPress PlugIn namens Site Kit. Dieses PlugIn gibt es derzeit zum Testen in der Beta-Version und soll wichtige Kennzahlenke von Google Diensten wie der Search Console, Analytics, AdSense und PageSpeed Insights direkt über WordPress anzeigen.

Ob die weitere Kooperation bzw. die Entwicklung des Produktes Newspack andere Auswirkungen auf WordPress haben wird, ist nicht bekannt. Prinzipiell soll Newspack als eigenständiges von WordPress unabhängiges Produkt geführt werden.

Zusammenfassung: Newspack CMS

Uns gefällt ebenso die Idee eine Plattform mit zielgruppenspezifischen Funktionen zu entwickeln. Es ist tatsächlich aus technischer Sicht viel einfacher, wenn keine PlugIns benötigt werden. Damit sind ebenso Fehlerquellen beseitigt. Die Grundidee ist es, dass der Publisher sich sich auf dessen Kerngeschäft konzentriert und keinen externen ITler engagieren oder sich selbst mühsam durch die Web-Entwicklung kämpfen. Damit können viel Zeit und vor allem Kosten gespart werden.

Was jedoch schon zu hinterfragen ist, ist der Preis der Plattform. Monatlich 1.000,- bis 2.000,- US-Dollar aufzubringen, nur um die Plattform zu nutzen, muss einmal von einem Publisher gestemmt werden. Zumal vor allem kleine und mittlere Medienhäuser als Zielgruppe gelten.

Das heißt, die Plattform muss dem Publisher stark dabei helfen Umsatz zu generieren, da diese ansonsten nicht leistbar ist. Vor allem fragwürdig ist, ob die Kostenersparnis, die auf den Verzicht von Entwicklern, Websitedesign und dergleichen so hoch ist, dass diese den monatlichen Zahlungsbetrag rechtfertigen.

Offensichtlich ist es einfach das Ziel von WordPress, Google und Co, den Markt zu erweitern und eine zusätzliche Einnahmequelle aufgrund einer Produktmodifikation zu generieren.

Wir sind und bleiben gespannt, welche Funktionen Newspack letztendlich haben wird und vor allem, welcher Mehrwert für den Publisher tatsächlich gegeben ist.

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