Künstliche Intelligenz (KI)

Bereits Alltag oder noch Zukunftsmusik?

Auf der Spur nach IBM Watson & Google DeepMind

Künstliche Intelligenz (KI) oder auf Englisch Artificial Intelligence (AI) bezeichnet die Fähigkeit von Systemen, selbstständig zu lernen wie es bislang der menschlichen Intelligenz vorbehalten war. Dem inbegriffen sind Fähigkeiten wie Schlüsse zu ziehen, Zusammenhänge zu erkennen, aus Erfahrungen zu lernen und auch Einflussfaktoren aus der Umgebung zu berücksichtigen.

Ein Traum oder schon Realität?

Bei dem Gedanken an KI, haben die meisten Personen einen Menschen ähnlichen Roboter im Kopf, mit dem sie sprechen können wie mit einem Menschen und der Aufgaben erledigen wie ein Mensch.
Ganz so abwegig ist dieser Gedanke nicht. So gibt es bereits Computer die Diagnosen von Erkrankungen in der Lunge stellen, sich an der Suche nach Rohstoffen oder Erdölvorkommnisse beteiligen und Ihren Einsatz in der Industrie gefunden haben.

Doch ist der Begriff Künstliche Intelligenz irreführend, da dieser annehmen lässt, dass damit eine unabhängige Reaktion des Programmes gemeint ist. Doch entspricht das nicht ganz der Wahrheit. So hat der Rechner zwar die Fähigkeit logische Schlüsse zu ziehen, zu urteilen und zu lernen, doch sind dessen Grundlage einerseits die Daten, worauf er Zugriff hat und andererseits dessen technische Beschaffenheiten. Mit der Technik ist vor allem die Speicherung von Daten und Auswertung der Lösungsmöglichkeiten gemeint.

Doch was dem Menschen gleicht, ist der Prozess, wie die Daten ausgewertet werden.

Wieso ist KI gerade jetzt relevant?

Ganz einfach, weil die Infrastruktur in Form von Daten gegeben ist und der Fortschritt der Technik passt. Das heißt, da ein Rechner nur aus den gespeicherten Daten schlau werden kann, ist es zunächst notwendig eine gewisse Datenmenge zu speichern. Dies war lange nicht möglich. Wenn wir nur auf die letzten 10 Jahre zurückblicken, hat sich hinsichtlich Datensammlung und Speicherung enorm was getan. Erst aus der Möglichkeit große Datenmengen zu speichern haben sich Begriffe wie Cloud und Big Data in unserem Sprachgebrauch etabliert.

Das aktuelle Problem – Big Data

Aber zuvor, was ist Big Data?

Laurie Miles, Leiterin der Analytik für den Big-Data-Spezialisten SAS, sagt:

“Den Begriff Big Data gibt es schon seit Jahrzehnten, wir haben die ganze Zeit daraus unsere Analysen gemacht. Er ist nicht groß, er ist einfach größer.”

Aber die Geschwindigkeit, Vielfalt und das Volumen der Daten haben den neuen Begriff verdient.

Big Data

big data

Die meisten traditionellen Daten waren strukturiert oder übersichtlich in Datenbanken organisiert. Dann wurde die Welt digital und das Internet kam hinzu. Somit entstand eine Vielzahl von sogenannten unstrukturierten Daten, die von all unseren digitalen Interaktionen generiert werden wie beispielsweise von E-Mails bis hin zu Online-Shopping, Textnachrichten, Tweets, Facebook-Updates und YouTube-Videos.

Und die Anzahl der Gadgets, die Daten aufzeichnen und übertragen, von Smartphones über intelligente Kühlschränke, industrielle Sensoren bis hin zu CCTV-Kameras, hat weltweit stark zugenommen, was zu einer explosionsartigen Zunahme der Datenmenge geführt hat.

Diese Datensätze sind jetzt so umfangreich und komplex, dass wir neue Tools und Ansätze brauchen, um sie optimal zu nutzen.

Bei unserem derzeitigen Stand der Technik, sind wir zwar fähig große Datenmengen zu sammeln und auch zu speichern. Doch sind diese Daten in den meisten Fällen eben unstrukturiert und können so vom Menschen nicht analysiert und ausgewertet werden. Das ist der Zeitpunkt, wo die Künstliche Intelligenz seinen Einsatz findet.

Mit anderen Worten, diese AI-Programme sollen in der Lage sein, ohne menschlichem Zutun, große, unstrukturierte Datenmengen zu verwerten und so aufzubereiten, dass diese wiederum vom Menschen genutzt werden kann. Das kann sogar so weit gehen, dass nicht nur verschiedene Lösungsvorschläge gemacht werden, sondern bereits vom System die beste Variante ausgesucht wird.

IBM Watson

KI für Unternehmen

IBM Watson

IBM Watson

Keine Zukunftsmusik, sondern bereits am Markt erhältlich ist IBM Watson. Diese KI-Plattform soll Unternehmen dienen, um neue Einblicke zu erlangen und fundierte Entscheidungen zu treffen.

Wie funktioniert Watson?

Zunächst werden Daten analysiert, das heißt auch unstrukturierte und natürliche Daten wie eine Spracheingabe, Bilder, Audiotaten, Videos und unstrukturierter Text. IBM Watson versucht dann diese Daten zu verstehen. Ein weiterer Schritt ist, dass Rückschlüsse gezogen werden. Das heißt, Watson hat die Fähigkeit personalisierte Empfehlungen zu liefern, basierend auf die Analyse von Persönlichkeiten anhand dessen Ton, Stimmung und Verhaltensform. Dabei ist Watson auch immer dabei zu lernen und sich so selbst zu verbessern.

Mithilfe von Watson können auch Chatbots entwickelt werden, die in einem Dialog aufgenommen werden können.

Besonderheiten von Watson: unstrukturierter Text wird nicht nur erkannt, sondern mit jeder Synonymbedeutung oder der besonderen Bedeutung von Sprichworten verstanden. Was bedeutet, dass nicht nur einzelne Wörter erkannt werden, sondern die Wörter im textlichen Zusammenhang, wie es wir Menschen tun.

So findet IBM Watson dessen Einsatz vor allem in Unternehmen, der Forschung und der Industrie.

Google DeepMind

KI in der Google Welt

Google DeepMind

Google DeepMind

Das ist die künstliche Intelligenz von Google. DeepMind hat jedoch seinen Ursprung in London. Dort wurde DeepMind in Form eines Startups von den Informatikern und Neurowissenschaftlern Demis Hassabis, Shane Legg und Mustafa Suleymann 2011 entwickelt. Der grundlegende Unterschied von DeepMind im Gegenzug zu anderen KIs wie beispielsweise IBM Watson ist, dass diese auf kein vorgegebenes Ziel hinarbeitet und somit innerhalb dessen Entwicklung flexibler ist. Zusätzlich hat es einen weiteren Speicher der wie ein Kurzzeitgedächtnis funktionieren soll. Damit können Daten besser im Zusammenhang verstanden werden indem aktuelle Informationen mit bereits gespeicherten Infos verglichen werden. Im Jahr 2016 wurde DeepMind dann von Google übernommen und in Google DeepMind umbenannt.

Interessant ist auch, dass Google DeepMind nur unter der Voraussetzung erstehen konnte, wenn Google einem Ethikrat zustimmt. Dieser hat die Aufgabe wichtige ethische Fragen in Bezug auf den Einsatz von Google DeepMind zu klären. So hat Google dem Ethikrat zugestimmt.

Was kann Google DeepMind?

Bekannt ist, dass Googles KI alleine vom Zuschauen, alte Spiele wie Breakout, Pinball oder Boxspiele erlernt hat. Dabei wurde selbstständig erkannt, wie das Spiel funktioniert und welche Taktiken zum Erfolg führen. Eines steht fest, DeepMind wurde nicht entwickelt, damit es Spaß bei Computerspielen hat. Da von Google noch kein offizielles Statement zum Einsatzbereich von DeepMind bekannt gegeben wurde, kann man lediglich Vermutungen anstellen. So wird beispielsweise vermutet, dass DeepMind zur Verbesserung der Werbeanzeigen eingesetzt werden soll. Das heißt aufgrund der zahlreichen Google Dienste wie Gmail, Google+, Android oder Google Analytics, werden enorme Mengen an personenbezogenen Daten gesammelt. Da soll DeepMind zum Einsatz kommen, diese unstrukturierten Daten analysieren und so optimal nutzen, um die genau passende Werbung für jeden Nutzer anzuzeigen.

Ein weiterer Aspekt ist der Einsatz in Bewertungsverfahren. So kann DeepMind eine Website hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit prüfen und auswerten.
Oder es wird in Smartphones oder Sprachassistenten wie Google Home integriert. So kann beispielsweise selbstständig von DeepMind erkannt werden, dass der Nutzer immer um 7 Uhr morgens aufsteht und den Nutzer früher wecken, wenn die Verkehrslage ungünstig ist oder es aufgrund des Wetters zu Verkehrsstaus kommen kann.

Außerhalb der Google Welt ist der Einsatz von KI vor allem in der Forschung und in Krankenhäusern bekannt.

KI in der Gesundheit

2016 gab Google bekannt, mit dem National Health Service in Großbritannien zusammen zu arbeiten. Inhalt dieser Kooperation ist eine iPhone App namens Streams zu entwickeln. Diese soll Patienten mit einem Nierenschaden überwachen.

Google ist außerdem in der Krebsforschung tätig. Dabei wird der Ansatz verfolg, veränderte Zellen im Körper so früh wie möglich zu erkennen. So kann in einem sehr frühen Stadium eingegriffen werden, noch bevor sich beispielsweise der Tumor entwickelt hat.

Wie das umgesetzt werden soll?

Google denkt dabei an eine Tablette mit Nanopartikeln, die in den menschlichen Blutkreislauf gebracht wird. Sobald diese Nanopartikel auf Krebszellen stoßen bzw. solche erkannt werden, soll ein Signal an ein getragenes Armband gesendet wird, dass dann zum Leuchten beginnt.

Eines ist sicher, alleine für das Erkennen von veränderten Zellen ist eine gewisse Intelligenz notwendig, weshalb der Einsatz von Googels DeepMind in diesem Bereich denkbar ist. Aber wie üblich, gibt es keine offiziellen Statements oder Bestätigungen und somit bleiben diese Ansätze allesamt Vermutungen. Wie immer, können wir nur darauf warten was die Zukunft bringt.

Unser Fazit

Im Bezug auf künstliche Intelligenz stellt sich schon lange nicht mehr die Frage, ob wir diese haben möchten oder nicht. Künstliche Intelligenz ist bereits existent und als Produkt am Markt erhältlich. Dass diese viele Vorteile mit sich bringt ist klar. So können schneller Entscheidungen basierend auf wichtigen Datenanalysen getroffen werden. Zudem können wir gerade innerhalb der Forschung im Bezug auf Krankheiten eine schnellere Entwicklung mit der Unterstützung von KI erwarten.

Das heißt KI steckt aber dennoch noch in Kinderschuhen und ist gerade dabei dessen Platz in der Wirtschaft und im Gesundheitswesen zu finden. Wie es um die Massentauglichkeit steht, bleibt noch abzuwarten. Erste Vermutungen fallen auf die Automobilindustrie mit dem Angebot von “Intelligenten Fahrzeugen”, die selbstständig fahren. Ein anderes nahe liegendes Produkt, dass bereits dessen Massentauglichkeit  bewiesen hat, sind die derzeit im Trend liegenden Sprachassistenten. Da sind bereits Entwicklungen im Gange, diese für bessere Resultate mit KI auszustatten.

Wenn die Entwicklung der Technik mit der Entwicklung von KI einhergeht, wird es nicht mehr all zu lange dauern bis die ersten Roboter an der Kasse im Geschäft sitzen, unseren Garten pflegen oder im Krankenhaus bzw. als Hilfe daheim anzutreffen sind.

Eines sei noch erwähnt, natürlich ist KI nicht nur positiv und die Sorge darüber ist durchaus berechtigt. So kann dessen Einsatz auch missbraucht werden. Ein anderer negativer Gedanke wäre, wenn KI dessen Intelligenz von Daten bezieht, wie ist dessen Umgang mit falschen oder manipulierten Daten – erkennt dieser den Unterschied? Wie ist generell der Umgang mit dem persönlichen Datenschutz?

Es werden sich aber auch für diese Fragen bei Zeiten Lösungen finden und Gesetze formuliert. Es ist alles eine Frage der Zeit 😉

Quelle: IBM Watson, Google DeepMind

Unsere Filmtipps

Für multimediale Unterhaltung haben wir zwei spannende und lustige Film-Empfehlungen eingepackt – beide streifen das Thema KI.