Betrüger im Influencer Marketing

Fallstricke, Probleme und Influencer Fraud

Bis 20% der Anhänger von Influencern sind mit großer Wahrscheinlichkeit betrügerischer Natur.

Der erschreckende Trend des Influencer Betrugs

Influencer Fraud

Influencer Betrug (Fraud) ist traurigerweise ein sehr aktuelles Thema. Die möglichen Fallstricke und was die “bösen” Buben & Mädchen im Influencer Marketing so alles machen um ihre Profile gespusht zu bekommen, wollen wir heute näher betrachten.

Der Betrug von Inluencern entsteht, wenn bezahlte „Online Stars“ künstlich aufgeblähte Follower-Zahlen und Interaktionen innerhalb ihres Social Media Auftritts verwenden. So erscheinen Sie attraktiver für zahlende Unternehmen, die hoffen, mit der Kooperation, einen positiven Effekt auf Ihre Produkte zu erzielen.

Influencer Fraud war früher nur vereinzelt vorzufinden, doch inzwischen ist der Trend hin zum Betrug drastisch gestiegen. Laut der Studie von Points North Group sind wahrscheinlich 20% der Follower von Influencer mit mittlerer „Bekanntheit“ betrügerisch.

Auswirkungen von Influencer Betrug

Vor allem für Unternehmen kann das sehr teuer werden. Schließlich wird der Influencer teilweise sehr hoch entlohnt, dass dieser ausgesuchte Produkte empfiehlt. Das kann gleich zwei negative Auswirkungen auf das Unternehmen haben. Klar ist, dass Geld verloren geht, da kein Ziel (Werbeziel oder Produktverkauf) erreicht wird. Schlimmer ist, wenn es sogar zu einem Image-Schaden kommt. Im Artikel über Brand Safety sind wir näher auf die Gefahren der Online Marktplätze eingegangen.

Jedoch nehmen nicht nur Unternehmen Schaden von einem steigenden Betrugs-Trend. Ebenso die gesamte Influencer-Szene ist negativ beeinflusst. Denn das Vertrauen, dass Influencer Marketing derzeit genießen, schwindet massiv. Demnach wird es für Influencer härt, dass diese von Unternehmen auch beauftragt werden.

Wo betrogen wird:

Der Influencer-Markt ist aus globaler Betrachtung bis zum Jahr 2019 auf ein Volumen von 2,38 Milliarden US-Dollar gewachsen. Laut Statista wird bis zum Jahr 2020 prognostiziert, dass sich das Marktvolumen in der DACH-Region für Influencer Marketing auf 990 Millionen Euro belaufen wird. Somit ist es ein sehr lukrativer und gleichzeitig hart umkämpfter Markt.

Dabei muss es gar nicht der Fall sein, dass der Influencer bewusst betrügt. Dieser kann ebenso Opfer eines Drittanbieters sein. Denn es gibt verschiedene Formen, wie an einem Social Media Profil getrickst werden kann.

Prognose zum Marktvolumen für Influencer Marketing in der DACH-Region für 2017 & 2020 (in Mio. Euro)

Bildquelle: statista.com

Influencer Betrug – die Formen

Follower Fraud – Dabei handelt es um das künstliche Aufblasen von Follewern bzw. Personen, die dem Influencer folgen. Dies kann einfach über ein Tool erfolgen. Das Tool generiert Fake Accounts, vernetzt diese untereinander und mit dem Profil des Influencers. So ist es auch möglich, dass sich die Follwer-Anzahl über Nacht verdoppelt.

Engagement Fraud – Ähnlich wie bei der Follower Fraud ist hier ebenso ein Tool, ein sogenannter Bot bzw ‘Engagement Pod’ im Einsatz. Diese täuschen eine Interaktion, wie einem Kommentar innerhalb des Profils vor.

Fake Interest – Dabei postet der Influencer etwas zu einem Thema, dass eigentlich nicht zu dessen Community passt. Bei einem schnellen Blick auf dessen Profil, sieht es dann natürlich aus, als würde der Themenbereich ebenso abgedeckt.

Beispielsweise wird etwas zum Thema Mode gepostet, jedoch handelt es sich um eine Community, die sich für online Software interessiert. Dementsprechend sieht es auf dem ersten Blick so aus, als würde der Themenbereich Mode ebenso abgedeckt werden.

Betrugsfallen identifizieren

Kommentare prüfen

Ein Hinweis auf Kommentaren von Bots liefern viele einfache, ähnliche Kommentare. Diese können folgendermaßen lauten: „süß“, „toll“, „Liebe es!“

Ebenso, wenn von vielen Personen lediglich ein Smiley gepostet wird, kann es sich um das automatisiertes Kommentieren eines Bots handeln. Bei einem echten Kommentar wird meistens mehr geschrieben, Freunde im Kommentar verlinkt oder ein richtiger Dialog geführt.

Fazit: Influencer Betrug

Es ist entscheidend für Ihre Kampagene und die Integrität der Marke, wie gründlich Sie einen Influencer überprüfen, bevor Sie einen Auftrag erteilen. Leider ist dies mit einem höheren Zeitaufwand verbunden. Bestenfalls wird ein Influencer über mehrere Monate hinweg beobachtet. Das hat den Vorteil, dass die tatsächliche Reichweite, das Wachstum der Community, die Interaktionsrate und ebenso die Interessen und demografischen Merkmale der Community analysiert werden können.

Generell ist es für Unternehmen wichtig offen über Influencer Fraud zu sprechen und eine null Toleranz Politik zu leben. Sprich, Influencer vor der Beauftragung mitzuteilen, dass es kein Verständnis für eine täuschende bzw. manipulierte Darstellung der Profil-Kennzahlen gibt. Sollte bei einem Influencer ein manipulierter Eingriff ersichtlich sein, darf dieser nicht Beauftragt werden. Oder der Auftrag soll entzogen werden.

In diesem Sinn handelt ebenso Keith Weed, Marketingchef von Unilever, wie er im Wall Street Journal berichtete. Er möchte konkret Betrug bekämpfen idem er Influencer, die für ihre Anfänge manipulative Tools eingesetzt haben, nicht beauftragen.

Eines ist uns klar, es sind nicht alle Influencer “böse”, dennoch sollten Influencer mit manipulierten Profilen gleich zu Beginn erfolglos bleiben. Denn sind es genau diese, die das Vertrauen dieser Branche zerstören. Ebenso Influencer sollten Kollegen, die solche Maßnahmen ergreifen, nicht unterstützen und sich mit denen vernetzen.

Unternehmen können wir nur raten, bei Influencer genauer auf die Inhalte ihrer Postings zu schauen. Zu kontrollieren, welche Inhalte einzelne Postings aufweisen und wie erfolgreich diese sind. Ebenso sollte die Community genauer betrachtet werden und welche Interaktionen stattfinden.

Sie wollen Profile analysieren oder mehr im Influencer Marketing machen?

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