HoT, HoT-Chef Krammer und die 5G-Panik

HoT-Chef Krammer und die 5G-Panik

“Je gebildeter die Leute, desto anfälliger!”

HoT-Chef Michael Krammer versteht die Angst vor 5G nicht und kritisiert die Registrierpflicht für Wertkarten. Die Mobilfunk-Netzbetreiber springen nach und nach auf 5G auf. Während sie versuchen das Thema in der Bevölkerung, aber auch in der Wirtschaft und Industrie zu etablieren, konzentriert sich Hofer-Mobilfunker HoT aktuell auf klassische Produkte, wie den am Mittwoch vorgestellten unlimitierten LTE-Datentarif und Router. Wie schon bei LTE werde man nicht unter den ersten sein, sondern warten, bis leistbare 5G-Endgeräte und ein flächendeckendes Netz zu einem vernünftigen Preis für Kunden verfügbar sei, teilte HoT-CEO Michael Krammer in einem Pressegespräch mit.

Folien auf Fenster

Für Kunden relevant werde das Thema ohnehin erst Ende 2020, Anfang 2021, wenn die entsprechenden Frequenzen vergeben sind und von den Netzbetreibern genutzt werden. Die mancherorts herrschende Panik vor Gesundheitsrisiken durch 5G kann Krammer nicht nachvollziehen. Diese Angst gebe es schon seit den Anfängen des Mobilfunks. Schon zu Zeiten von T-Mobile-Vorgänger max.mobil sei er persönlich zu Menschen gefahren, die Folien auf die Fenster ihrer Häuser klebten, da sie über gesundheitliche Beschwerden durch Handymasten klagten.

Kritik an Wertkarten-Registrierung

Weiterhin schleppend verläuft die seit 01.01.2019 gesetzlich vorgeschriebene Wertkarten- bzw. Prepaid-SIM-Karten-Registrierung. Krammer zufolge sind österreichweit immer noch 1,5 Millionen Kunden nicht registriert. Viele hätten es einfach nicht mitbekommen und glauben, dass die Regelung nur für Neuanmeldungen, aber nicht für Bestandskunden gelte. Bei HoT selber habe man trotz Informationskampagnen seit Jahresbeginn nur 21 Prozent der Bestandskunden dazu bewegen können, sich in einer Hofer-Filiale oder online zu registrieren.

“Jetzt sogar unsicherer”

Die vom damaligen Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) forcierte Argumentation, Wertkartenhandys würden von Kriminellen verwendet und dass eine Registrierung eine Maßnahme gegen die Terrorbekämpfung sei, ist und bleibt für Krammer wenig überzeugend. “Abgesehen davon, dass das eine Quälerei der Menschen ist: Man erreicht damit doch genau das Gegenteil. Wenn ich zu einem kleinen Handyshopbetreiber gehe und dort zur Registrierung irgendwem meine Identität geben muss, ist das sogar unsicherer als vorher.”

EU-Roaming wettbewerbsfeindlich

Kritik äußerte der HoT-Chef auch hinsichtlich der EU-Roaming-Regulierung, die große Netzbetreiber gegenüber kleineren und virtuellen Betreibern stark bevorzuge und so den Wettbewerb gefährde. Schuld daran sind laut Krammer die von der EU festgelegten Datenpreise, die ein Anbieter wie HoT an ausländische Netzbetreiber zahlen muss, wenn die Kunden im Ausland roamen.

Bei HoT habe sich das im Ausland genutzte Datenvolumen von 2017 bis 2019 um das 36-fache erhöht. Während die Umsätze aus EU-Roaming um 43 Prozent gesunken sei, stiegen die Kosten um 257 Prozent, kritisiert Krammer. Er fordert, die laut EU-Verordnung nur langsam sinkenden Einkaufspreis per 1.1.2020 auf zwei Euro pro Gigabyte zu senken. Derzeit muss HoT 4,5 Euro pro Gigabyte an ausländische Betreiber bezahlen. Für 2020 sind aktuell 3,5 Euro vorgesehen.

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