Datenskandal Facebook & Cambridge Analytica

Unternehmen kehren Facebook den Rücken zu

Der Datenskandal um Facebook und Cambridge Analytica weitet sich aus!

Immer mehr Unternehmen wenden sich von Facebook aufgrund des aktuellen Datenskandals ab. Wenig überraschend, immerhin geht es um 50 Millionen Nutzer-Daten. Klar ist, dass derartige Vergehen geahndet werden müssen.

Unklar ist, wer wirklich daran Schuld ist. Hätte Facebook das verhindern müssen? Facebook selbst bezeichnet sich als Opfer. Medienvertreter, Mitbewerber und ehemalige Mitarbeiter sehen das anders und fordern vermehrt Nutzer und Unternehmen auf ihre Facebook Auftritte zu löschen.

Was genau ist geschehen?

Für mehr Übersicht, fassen wir den Skandal rund um den Datenmissbrauch bei Facebook kurz zusammen. Angefangen hat es schon nach dem US-Wahlergebnis, wo Donald Trump überraschend die Präsidentschaftswahl gewonnen hat. Nach den Wahlen hat das britische Datenanalyse-Unternehmen Cambridge Analytica auf das Wahlergebnis Bezug genommen. Dabei behaupteten sie, dass das Wahlergebnis ihnen zuzuschreiben sei. Durch gezielte Maßnahmen sei das Wahlergebnis beeinflusst worden. Diese Behauptung wurde zwar von einigen Medien aufgegriffen, doch gab es keine Beweise dafür.

Christopher Whylie, ein Mitarbeiter von Cambridge Analytica, hat bekannt gegeben, dass Psychologen anhand von über 50 Millionen Facebook-Nutzerdaten ein personenbezogenes Profiling erarbeitet haben. Basierend auf diesen Profilen, wurden gezielt und sogar psychologisch beeinflussende Werbung platziert.

Das wirft die berechtigte Frage auf, wie das passieren konnte? Laut Whylie nahmen 320.000 Menschen an einem 3rd-Party-Persönlichkeitstest teil. Dabei mussten die Nutzer der App erlauben, auf ihre Facebook-Daten zuzugreifen. Nicht nur die Daten der Nutzer sind dabei betroffen, sondern auch von deren Facebook-Freunden. So wurden persönliche Informationen von Millionen Nutzern gestohlen. Angeblich wusste Facebook von dem Datenklau und hat den Psychologen diesbezüglich sogar kontaktiert. Mit der Antwort, dass diese Daten für universitäre Forschungszwecke verwendet wird, war das Thema für Facebook erledigt.

Zusätzlich wurde ein Video veröffentlicht, dass Alexander N., den Cambridge Analytica Chef, zeigt. In dem Video behauptet er, dass er Politiker mit Prostituierten bestochen habe. So habe er mehr Einfluss auf Politiker und den Wahlen.

Reaktionen auf den Datenskandal

Eine empfindliche und schmerzvolle Reaktion ist der Absturz an der Börse. Die Facebook-Aktie ist nach dem Skandal (am 22. März 2018) um 7% gefallen. Erste Investoren aus den USA reichten Klagen gegen Facebook ein und die ersten Unternehmen kehren Facebook bereits den Rücken zu.

Außerdem wurde die Initiative #deletefacebook gestartet. Bekanntester Vertreter dieser Initiative ist Whatsapp-Mitgründer, Brian Acton. Dieser hat WhatsApp zuletzt an FB im Wert von 19 Milliarden Dollar verkauft. Hier gesellen sich immer mehr gleichgesinnte Unternehmer und auch erste namhafte Marken dazu.

Der Hashtag #deletefacebook verbreitet sich derzeit rasant im Netz. Viele Nutzer folgen dieser Aufforderung bereits.

Unternehmen, die sich bereits von Facebook abwenden:

  • Dr. Oetker Pizza Deutschland: In einem Twitter-Posting haben sie dazu aufgerufen, dass sie Ihre FB-Seite für 1.000 Retweets löschen. Da sie das Ziel erreicht haben, kündigen sie bereits an, die Seite am 01.4.2018 zu löschen. (Dr. Oetker auf Twitter)
  • Elon Musk legt die Facebook Firmen-Accounts ebenfalls still. Dies betrifft die Seiten von Elektroauto-Hersteller Tesla und dem Raumfahrt-Unternehmen SpaceX. Musk löscht SpaceX und Tesla mit je rund 2,6 Millionen Fans & Followern!
  • Playboy löscht Facebook-Seite (berichtet theverge)
  • Weitere Unternehmen stoppen zumindest ihre Werbung. (Deutsche Commerzbank, Mozilla, Sonos und Playboy)

Mozilla hat eine weitere Initiative ins Leben gerufen und fordert die User auf eine Petition zu unterschreiben, die ähnliche Vorkommnisse in Zukunft verhindern soll.

zur Facebook-Petition >>

Die Fotostrecke…

  • Facebook-Aktie stürzt ab

    Facebook Aktienkurs Absturz nach Datenskandal
  • Aufruf von Brian Acton #deletefacebook

    Aufruf Brian Acton #deletefacebook auf Twitter
  • Dr. Oetker’s Ankündigung zur Löschung der Facebook-Seite

    Dr. Oetker kündigt Facebook Konto Löschung an
  • Dr. Oetker löscht Facebook-Seite

    Dr. Oetker löscht Facebook Konto
  • Elon Musk’s SpaceX löscht Facebook-Seite

    Elon Musk löscht Facebook Konto von SpaceX
  • Elon Musk’s Tesla löscht Facebook-Seite

    Elon Musk löscht Facebook Konto von Tesla
  • Playboy löscht Facebook-Seite

    Playboy löscht Facebook Account
  • Facebook Petition

    Mozilla Petition gegen Facebook

Fazit zum Datenskandal

Dass Facebook nicht aktiv mitgewirkt hat, indem Nutzerdaten bewusst hergegeben wurden, möchten wir gerne glauben. Doch skandalös ist, dass der erkannte Datenmissbrauch unter dem Aspekt der „universitären Forschung“ als berechtigt erachtet wurde. Daten dürfen mit keiner Begründung, außer mit einem richterlichen Beschluss, weitergegeben werden.

Bevor Nutzer-Daten weitergegeben werden, muss die Erlaubnis des Nutzers, jedenfalls schriftlich eingeholt werden. Der bereits verursachte Schaden an der Börse und wahrscheinlich weiteren Strafzahlungen nach einer Gerichtsverhandlung, wird Facebook ganz bestimmt schwächen. Es ist weiter damit zu rechnen, dass noch weitere Unternehmen dem Löschaufruf folgen werden.

Natürlich ist dieser Skandal nun auf der anderen Seite gefundenes Fressen für den Mitbewerb und generelle FB-Gegnern.

Fakt ist, wenn Facebook seine Nutzer behalten möchte, muss es ab sofort musterhaft in puncto Datenschutz agieren. Einen weiteren Skandal kann sich Facebook nicht mehr leisten – wer weiß – vielleicht hinterlässt dieser bereits nachhaltige Spuren. Das Vertrauen von Investoren, Unternehmen und Nutzern von Facebook erscheint aktuell zumindest massiv erschüttert.

Alternativen zu Facebook & Co

DuckDuckGo

DuckDuckGo ist vor allem eine alternative Suchmaschine. Mit diesem und dem Argument, dass sie keine persönlichen Informationen sammeln wirbt das Unternehmen. Das heißt der Suchverlauf wird nicht gespeichert. Daher werden die Suchergebnisse nicht individuell angepasst, sondern für jeden Nutzer die gleichen Ergebnisse angezeigt. Somit ist das Versprechen von DuckDuckGo kein Tracking oder zielgerichtete Werbung.

Suchmaschine DuckDuckGo Screenshot
Diaspora Social Network - Screenshot

JoinDiaspora

Diaspora ist eine Social Media Plattform wie Facebook. Der Unterschied zwischen Facebook und Diaspora sollte sein, dass: man die Datenhoheit in der eigenen Hand hat. Aufgebaut ist das Konzept auf drei Bereiche, der Dezentralisierung, Freiheit und Privatsphäre.

Unter Dezentralisierung ist gemeint, dass Nuterdaten nicht einheitlich auf großen Servern gespeichert werden. Der Nutzer kann selbst entscheiden, auf welchen lokalen Server (Pod) dieser sich anmelden möchte. Unter dem Punkt Freiheit wird verstanden, dass man sich als Nutzer nicht mit der realen Identität anmelden muss. Sprich, man kann sogar eine Identität erfinden. Die Privatsphäre ist so geregelt, dass alleine der Nutzer selbst die Rechte über dessen Daten hat und somit in keinster Weise Daten an Dritte weitergegeben werden.

ELLO

Ello ist eine weitere werbefreie alternative Social Media Plattform zu Facebook und anderen Plattformen. Diese hat sich inzwischen auch von einer Facebook-ähnlichen Variante zu einer Pinterest-artigen Website entwickelt. Vor allem Kunst, Fotografie, Mode und Webkultur sind die elementaren Inhalte von Ello.

Im Unterschied zu Facebook steht in den Richtlinien, dass Daten niemals an Dritte weitergegeben werden, dass es keine Werbeschaltungen gibt und die Bekanntgabe des echten Namens nicht erzwungen wird.

Ello Social Network Screenshot
EyeEm Social Network Screenshot

EyeEm

EyeEm ist eine Alternative zu Instagram und ebenso als App für iOS und Android-Geräte erhältlich. Zum Unterschied zu Instagram, können Nutzer ihre Bilder nicht nur bearbeiten und auf anderen sozialen Netzwerken teilen. Zusätzlich haben Nutzer die Möglichkeit, die Bilder zu verkaufen, wobei EyeEm bei Verkauf eines Bildes den Nutzer mit 50% an den Einnahmen beteiligt.

Wenn nun ein Unternehmen ein bestimmtes Bild für dessen Werbezwecke benötigt, gibt es die Möglichkeit eine Mission zu starten. Bei einer Mission werden die Vorgaben für ein Foto in der Community veröffentlicht, nach diesen Nutzer ihre Bilder aufnehmen und hochladen können. Aus diesen Bildern kann das Unternehmen dann die passenden auswählen und Gewinner bestimmen, die anschließend Preise gewinnen können.

Web 2.0 suicide machine

Wer lieber auf persönliche Treffen setzt als über Sociale Medien in Kontakt zu bleiben, hat hiermit die Chance sich Online zu verabschieden.

Mit der Web 2.0 suicide machine gelingt der „digitale Suizid“ ganz einfach. Wie es der Name schon verrät, hilft diese Seite dabei gleich alle Social Profile zu löschen. Ob du aufgrund des aktuellen Datenskandals zu derartigen, drastischen Mitteln greifen sollst, bleibt dir selbst überlassen. Drüber nachdenken wird man wohl noch dürfen. 🙂 Take care!

Web 2.0 Digital Suicide Machine Screenshot

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