Dragonfly – eine neue Suchmaschine?

Google will den Markt in China – schon wieder!

Nein, nichts Neues – nur anders. Google sorgt mit dem Projekt Dragonfly für Aufregung – bei Menschenrechtlern und bei Amnesty International!

Dragonfly – China’s neue Suchmaschine – das bessere Google?

Dragonfly- Google Suchmaschine in China

Dragonfly – Berichten der New York Times und des Portals The Intercept zufolge, plant Google mit einer zensierten Version der Suchmaschine, einen neuen Versuch in China. Wie es aussieht möchte Google unbedingt Fuß im weltgrößten Onlinemarkt in China fassen. Um das zu erreichen, soll sogar die kommunistische Führung in Peking unterstützt werden, indem lediglich eine abgespeckte Version der Suchmaschine nutzbar ist. So führen Suchen nach Themen wie Menschenrechte, Demokratie, Religion oder auch friedliche Proteste, zu keinem Suchergebnis. Aktuell werden die Google Suchmaschine als auch YouTube in China blockiert.

Die New York Times veröffentlichte einen Artikel zu diesem Thema unter Berufung auf Insider. Google selbst weichte auf Fragen zu diesem Projekt mit der Äußerung sich nicht zu Spekulationen äußern zu wollen, einfach aus.
Jedoch werden immer mehr Quellen zum Projekt, das unter dem Namen „Dragonfly“ läuft, bekannt. Weshalb eine Existenz des Projektes sehr wahrscheinlich scheint. So veröffentlichte die New York Times Aussagen von verschiedenen Insidern. Dabei wurde ausgesagt, dass Google im engen Kontakt mit der chinesischen Cyberspace-Behörde stehe. Der Kontakt soll dazu führen, eine Gehnehmigung der zensierten Suchmaschine für den chinesischen Markt zu erhalten. Derzeit liegt noch keine Genehmigung vor. Angeblich sollen die Verhandlungen diesbezüglich nicht so gut laufen.

Bekannt wurde auch, dass Google Mitarbeiter um eine Versetzung baten oder gar kündigten, da sie das Projekt Dragonfly moralisch und ethisch nicht vertreten und in irgendeiner Form unterstützen wollten. Google arbeitet laut Aussagen von Insidern bereits seit dem Frühjahr 2017 an dem Projekt.

Die Google App für das Mobiltelefon soll bereits vorgestellt worden sein und benötigt lediglich noch die Genehmigung aus Peking.

Liste mit verbotenen Webseiten

Weiter bekannt wurde, dass Google angeblich bereits an einer „Blacklist“ gearbeitet hat. Diese beinhaltet Begriffe, die eine mögliche Ausgabe von zensierten Webseiten auslösen können. Auf diesem Weg wurden auch zahlreiche Webseiten gesammelt, die für den chinesischen Markt nicht ausgegeben werden sollen.

Amnesty International protestiert wegen Ignoranz der Informationsfreiheit

Amnesty International betrachtet den Schritt zur zensierten Suchmaschine als eine Art Resignation. Das bedeutet, Google habe aufgegeben, gegen die kommunistische Regierung anzukämpfen. Aufgrund der Firewall sind in China neben Google-Dienstleistungen auch soziale Medien wie Facebook, Twitter und WhatsApp gesperrt. Zusätzlich sind die Webseiten von Nachrichtenseiten wie der New York Times und das Wall Street Journal und weitere „China-kritisierende“ Webseiten in China nicht aufrufbar.

Zudem hegt Amnesty Zweifel mit dem Umgang der Nutzerdaten der chinesischen User. Es wird befürchtet, dass die Privatsphäre der Nutzer ebenso leiden könnte und private Nutzerdaten an die Regierung herausgegeben wird, sobald diese danach fragt.

Unser Fazit zum Projekt Dragonfly

Aktuell ist das Projekt nicht offiziell bestätigt. Dennoch liefern die Aussagen der Insider in Kombination einen schlüssigen Projektablauf. Weshalb es wenig Spielraum für mögliche Zweifel lässt. Zusätzlich ist China ein äußerst lukrativer Markt. Wir alle wissen, wie stark Google um dessen Marktposition bemüht ist.

Doch ist es auch der Riesenkonzern Google, dessen Mission lautet, die Informationen der Welt zugänglich und nutzbar zu machen, für alle Menschen, zu jeder Zeit. Zusätzlich schreiben sie auf ihrer Webseite unter „our-commitments“, dass sie Bildung und Entwicklung als äußerst wichtig wahrnehmen. Dabei ist nun zu hinterfragen, ob das Wissen über die Demokratie und Grundrechten dabei ausgenommen werden sollten.

Mit diesem Projekt wäre klar, dass lediglich die Kapitalerhöhung und das Unternehmenswachstum im Vordergrund stehen.

Quellen: internetworld.de, derstandard.at

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