2020 werden 50% der Apps Progressive Web Apps (PWA’s) sein

Native Apps sind tot – es lebe die Web-App!

Native Apps sind tot – es lebe die Web-App!

PWAs - Progressive Web Apps

Es stellt sich nicht mehr die Frage, ob native oder hybrid – denn Progessive Web Apps  (PWA’s) verbinden das Beste aus beiden Welten! Dabei ist kein App Store mehr notwendig. Apps können direkt über den Web-Browser installiert bzw. aufgerufen werden.

Wenn diese Prognose eintritt, hat das zur Folge, dass sich in den nächsten zwei Jahren die gesamte IT-Branche, wie auch Konsumenten auf das neue App-Modell umstellten werden.

Mobile first – Responsive Webseiten oder Native App

Die mobile Nutzung steigt weiterhin. Damit Webseiten auch über das Smartphone eine für den Nutzer attraktive Form annimmt, werden responsive Websites herangezogen. Diese, wie die Bezeichnung bereits beschreibt, passen sich je nach Endgerät an.
Vor allem im Bereich des Mobile Commerce ist es relevant, wie ansprechend die Darstellung inklusive Funktionen der Webseite mobil dargestellt wird.

Nun soll es einen Schritt weitergehen. Die Idee dahinter besagt, dass immer mehr Menschen über das Smartphone online sind. Daher lässt sich folgern, dass die Menschen auch die Funktionsweise über Apps oder andere Mobilphone-Typische-Anwendungen gewohnt sind. Weshalb also nicht eine „App“ für das „Web“ entwickeln?

Progressive Web Apps sind responsive Websites, die zusätzlich über die wichtigsten Funktionen nativer Apps verfügen. Daher ist am Desktop auch ein Icon der App zu finden, über das auf die Funktion zugegriffen werden kann. Der Vorteil über den eigenen Zugriff ist, dass Inhalte online als auch offline genutzt werden können.

Spannend für Unternehmen, ist zudem die Möglichkeit, den Kunden über Push-Nachrichten anzusprechen. Zusätzlich können wie es am Smartphone üblich ist, externe Anwendungen wie die Kamera, das Mikrofon oder Bewegungssensor in die App integriert werden.

Cloud-Dienste und Sprachassistenten leisten auch ihren Beitrag zu Web Apps. Diese haben ihren Teil geleistet, dass weniger Software auf den den Rechner installiert wird. Beispielsweise gibt es bereits Unternehmen die ausschließlich mit einer Cloud-basierten Business-Software arbeiten. So wird der User durch dieses Angebot bereits hingeführt, webbasierte Dienste zu nutzen. Daher ist von der Seite der Anwender bereits eine gewisse Vertrautheit bezüglich Web-Diensten gegeben.

Was steckt hinter PWA?

PWAs sind keine komplett neue Innovation. Im Grunde entspricht es einer Weiterentwicklung bestehender bzw. bereits weiterentwickelter Web-Technologien.
So wird beispielsweise für die für die bereits erwähnte Integration der Kamera, HTML5 angewendet um die Funktion in die PWA einzubinden. Damit die App auch offline genutzt werden kann, werden in Javascript programmierte Code-Stückchen implementiert.

Weiterer Pluspunkt – kurze Ladezeit

Ein weiterer großer Vorteil von Progressive Web Apps ist die kurze Ladezeit. Vor allem im Vergleich zu mobilen Webseiten, werden diese viele schneller geladen. Dieser Effekt wirkt sich somit auch positiv auf Conversions bzw. Abschlüsse aus.

Ein markantes Beispiel dafür stellt der Anbieter Alibaba.com dar. Dieser hat auf PWA umgestellt und konnte eine Conversion-Steigerung um 76% feststellen.

Ebenso entfallen aufwändige Wartungs- und Pflegearbeiten der App, aufgrund der Tatsache, dass es keine weiteren eigenständigen Apps gibt. Zusätzlich entfällt eine extrige Programmierung einer App für Android oder iOS-Endgeräte.

Mit dem Wegfall des Mobile-Stores, ersparen Sie sich mit einer PWA auch den Kampf um eine gute Platzierung innerhalb des Stores. Vor allem für den Nutzer von Vorteil ist der Entfall eines Downloads. PWA’s werden über das Web genutzt, somit muss keine App heruntergeladen werden, womit auch vor allem für mobil-Nutzer wichtiges Datenvolumen gespart werden kann.

App-Download geht zurück

Vor allem in Ländern mit einer hohen Dichte an Smartphone-Nutzern konnte festgestellt werden, dass die Downloadzahlen von Apps zurück gehen. Dies begründet sich aus einem enormen Angebot an Apps, weshalb die Nutzer überreizt sind. Ihre Reaktion darauf ist in vielen Fällen eine selbst definierte Grenze für die Anzahl der Apps am Smartphone. Ddaruch werden nur noch Apps heruntergeladen, die auch regelmäßig genutzt werden.

Aufgrund dessen, dass sich der Nutzer mit PWA’s einen datenintensiven Download sparen, stellen diese eine Möglichkeit da, den Kunden trotz „App-Limits“ zu erreichen. Weshalb auch Gelegenheitsnutzer angesprochen werden.

Derzeitige Kinderkrankheiten der Web App

Jede Medaille hat zwei Seiten. So sind PWA’s auch nicht gänzlich von jeglichen Nachteilen befreit. Wer sich nun für die Programmierung einer Web App entscheidet, steht derzeit vor dem Problem, dass über den Browser nicht auf alle Funktionen zugegriffen werden kann. So kann beispielsweise über die Web App nicht auf das Adressbuch oder der Anruffunktion des Mobiltelefons zugegriffen werden.

Generell ist es derzeit sehr stark vom Browser und dem Betriebssystems des Endgerätes abhängig, welche Funktionen zur Verfügung stehen. Als führender Browser und Betriebssystem, zählen die Google Produkte. So soll laut Google selbst, deren Betriebssystem Chrome OS als auch der Browser Google Chrome voll PWA kompatibel sein. Microsoft und Mozilla ziehen nach, das heißt innerhalb dieser Browser stehen die wichtigsten Funktionen zur Verfügung. Es wird jedoch bereits daran gearbeitet, dass eine vollständige PWA-Kompatibilität gegeben ist. Eher als Überraschung gilt in diesem Fall Apple. Obwohl sie als Innovatoren gelten, haben sie so scheint es, den Trend der Web Apps etwas verschlafen. Inzwischen bietet die neue Version ihres iOS Betriebssystems, wie auch der Safari-Browser fast vollständige PWA-Kompatibilität.

E-Commerce steigt ebenso um auf PWA’s

Ebenso arbeiten Shop-Software-Hersteller wie Magento, WordPress und Mobify an Lösungen für Online Shops auf Basis einer Web-App. Magento möchte dabei eine Art Baukastensystem für die Erstellung von Web-Apps anbieten. WordPress und Mobify kooperieren mit dabei mit Google. Außerdem bekannt ist, dass Intershop ein personalisierbares PWA Template im Herbst dieses Jahres veröffentlichen möchte.

Wer nun bereits über einen Online-Shop verfügt, muss jetzt nicht auf der Stelle alles umreißen. Doch empfiehlt es sich eine mögliche Entwicklung der PWA bereits einzuplanen oder mit dem nächsten Relaunch einzuplanen. Generell, sollte vor allem jene Online-Shp Anbieter die Entwicklung einer Web App forcieren, wenn die Zugriffe hauptsächlich von mobilen Endgeräten aus stammen.

Wie ist es um den Aufwand der Entwicklung bestellt?

Generell gilt die Entwicklung einer PWA als aufwändig. Das ist deshalb so, weil Web Apps eben noch nicht zum Standard zählen. Daher betreten auch viele Programmierer mit der Programmierung von PWA’s neues Terrain. Weshalb vor allem der Erfahrungswert fehlt.
Derzeit gehen auch die Meinungen auseinander, ob eine bestehende Webseite auf PWa umprogrammiert werden soll oder nicht. Auf der einen Seite wird empfohlen besser von Grund auf eine PWA zu Entwickeln. Dies hätte den Vorteil, dass die Unterschiede im Aufbau einer Web-App so kein Problem für die Funktion darstellen. Auf der anderen Seite wird empfohlen, die mobile Version der Webseite Schritt für Schritt zu einer Web App umzubauen. Der Vorteil dieser Variante besteht in der Ergänzung beider Varianten. So sollten beispielsweise bei einer Analyse des Online-Shops, die Seiten mit PWA Funktionen ergänzt werden, die eine hohe Absprungrate aufweisen. Durch das bessere User-Erlebnis kann so auch die Conversion Rate verbessert werden.

Generell heißt es, dass PWA’s nicht günstiger als native Apps sind. Die Höhe der Kosten hängt vor allem vom Entwicklungsaufwand ab. Der Aufwand der Entwicklung steigt, wenn der Online Shop beispielsweise veraltet ist. Bei der Entwicklung einer neuen PWA können die anfallenden Kosten mit einer Entwicklung eines aktuellen Shop-Fontends verglichen werden.

Vorteile im Überblick

  • Kein App Download notwendig
  • Folglich kein App-Store
  • Speicherplatz wird gespart
  • Responsive Design für jedes Endgerät (Desktop als auch Samartphone)
  • Funktionen wie bei App (Push-Notification)
  • Einbindung anderer Funktionen (Kamera, Telefonbuch, …)
  • Schnelle Ladezeit
  • Offline nutzbar

Unser Fazit zu Progressive Web Apps

Eines ist sicher, das Online-Verhalten ändert sich aufgrund der hohen Nutzung mittels mobiler Endgeräte. Zusätzlich verwenden wir bereits viele webbasierte Online-Dienste. Das erstreckt sich von der Business-Software bis hin zum Fotobearbeitungs-Programm. Daher wissen wir auch um deren Vorteile innerhalb der einfachen online Anwendung.
Daher klingen die Argumente für PWA’s wie keine Downloads, schnelle und einfache Anwendung über alle Endgeräte und die mögliche offline Nutzung wie Musik in unsere Ohren. So denken nicht nur wir, weshalb wir uns sehr gut vorstellen können, dass die Prognosen für das Jahr 2020 sich bewahrheiten werden.

Zu den Kosten können wir uns vorstellen, dass sich diese stark verringern werden. Sobald es tatsächlich „Baukanstensysteme“ für die Programmierung von PWA’s am Markt gibt und die Grundstruktur mit den wichtigsten Funktionen als Standardprogrammierung für jeden Programmierer gilt, halbieren sich die Kosten vielleicht.

Daher gilt, derzeit stecken PWA’s noch immer in Kinderschuhen, weshalb zunächst die ersten „Kinderkrankheiten“ ausgebessert werden müssen. Zudem steht die Erweiterungen der Browser bzw. der Betriebssysteme, sprich die Erstellung der passenden Infrastruktur dem gegenüber. Doch wird fleißig an der Entwicklung gearbeitet, um den PWA’s einen guten Weg als Standard am Markt zu ermöglichen.

Wir halten euch am Laufenden!

Sie haben Fragen zur App-Entwicklung, zu mobile oder wollen gar eine Mobile Strategie verankern? Wir sind für Sie da!

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